Persönliches Logbuch - Shino Kuribayashi

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    Zeitpunkt: vor Missionsleben I – Der Weg, der vor uns liegt



    Tag X


    Heute ist es also soweit, in einer Stunde geht mein Flug zur Utopia Planitia Werft. Harumis Sake hat einen bleibenden Eindruck hinterlassen, vor allem in meiner Magengegend. Aber bis ich den Mars erreiche, sollte ich wieder fit sein, der Medizin des 25. Jahrhunderts sei Dank.


    Matsuri kann manchmal ganz schön nerven und sich völlig daneben benehmen, aber trotzdem gibt es für mich keine bessere Freundin als sie. Sie schafft es hinter meinen Schutzwall zu schauen und zu erkennen, was wirklich in mir vorgeht und dann zerrt sie es schonungslos ans Licht. Nach all den Jahren habe ich mich trotzdem nie richtig daran gewöhnen können, dass es genau diese ruppige, teilweise rücksichtslose Art von ihr ist, die ich brauche, um manchmal inne zu halten, mich selber zu reflektieren und mir wieder in Erinnerung zu rufen, was mir wirklich wichtig ist. Matsuri ist für mich wie ein Spiegelbild meiner Seele und wie es mit Spiegeln nun mal so ist, gefällt einem nicht immer, was man darin sieht. Manchmal erschreckt man sich sogar davor oder bricht in Tränen aus.


    Doch gestern hat sie mir zum ersten Mal seit ich denken kann ganz offen gezeigt, was sie fühlt und was wirklich in ihr vorgeht. Sie war so…verletzlich…so kannte ich sie bisher nicht. Darum nehme ich ihre Bitte auch sehr ernst und darum muss ich mein Versprechen ihr gegenüber halten und wieder nach Hause zurückkehren. Nicht um meinetwegen, nicht einmal wegen Mei, sondern wegen ihr.


    Das ist nicht meine erste Mission und gewiss auch nicht die gefährlichste, und trotzdem bedutete es Matsuri so viel mir gestern dieses Versprechen abzuringen, etwas, was sie bisher nie tat. Ich kann die Bedeutung dieser Geste jetzt bestenfalls nur erahnen, aber sie bewegt mich immerhin dazu, wachsamer und konzentrierter zu sein. Wenn ich in Bezug auf Matsuri von einer Sache allerdings unumstößlich überzeugt bin, dann, dass sie sich gut um Mei kümmern wird.


    Mei…es wird eine ganze Weile dauern, bis ich sie wiedersehe. Ich habe getan, was ich konnte, um ihr Leben mit Licht und Wärme zu füllen, zumindest glaube ich von ganzem Herzen daran. Sie hat mir zum Abschied sogar ein kleines Geschenk gemacht, ich musste ihr allerdings versprechen es erst auf der Esquiline zu öffnen. Die Bento-Box darf ich allerdings schon vorher öffnen (lacht). Ich werde mir ihr Lachen im Herzen genauso bewahren wie Matsuris Frechheiten, Himekos grenzenlosen Optimismus und Harumis Friedfertigkeit.



    Tag X + 1


    Da wäre ich also, an Bord der U.S.S. Esquiline. Ich bin überrascht, dass die Offiziersquartiere für so ein relativ kleines Schiff ausfallend groß sind. Ich habe als erstes Meis Geschenk ausgepackt, ein Bild von ihr und mir aus dem letzten Sommerurlaub in Okinawa. Wie schön und unbeschwert diese Zeit doch war…


    Was mich allerdings noch mehr überrascht ist die Tatsache, dass ich, abgesehen von der Horde Techniker, fast alleine an Bord bin. Captain Jarot befindet sich noch auf Betazed und wird sobald wie möglich zu uns stoßen. Das ist zumindes der Sachstand, den ich vom Flottenkommando bekommen habe. In der Zwischenzeit soll ich das Schiff auf Vordermann bringen und dafür sorgen, dass wir pünktlich auslaufen können. Na schön, warum nicht? Ich bin ja schließlich nicht zum Vergnügen hier. Bei dem, was ich bisher gesehen habe, nehme ich aber mal an, dass noch eine Menge Arbeit auf mich warten wird.



    Tag X + 7


    Eine Woche ist jetzt seit meinem Dienstantritt rum und wenn ich gewusst hätte, in was für einem erbärmlichen Zustand sich dieses Schiff befindet hätte ich diesen Posten gar nicht erst angetreten. Na gut, so schlimm ist es auch wieder nicht und schließlich wächst man ja mit seinen Aufgaben, nicht wahr? Trotzdem wird es eine ganz schöne Herausforderung sein dem Captain ein diensttaugliches Schiff zu übergeben. Das die Esquiline einen Refit bekommen soll war den Technikern hier anscheinend nicht bewusst, anders kann ich mir das organisatorische Chaos hier nicht erklären. Ich habe den ganzen Morgen damit verbracht zusammen mit den Werftingenieuren die Konstruktinspläne durchzugehen und festzulegen, welche Bereiche des Schiffes priorisiert instandgesetzt werden müssen. Ich war doch recht erstaunt darüber, wie weit Meinungen divergieren können, aber ich denke, mit dem Kompromiss, den wir gefunden haben, können alle Seiten leben. Jetzt raucht mir der Kopf, zum Glück gibt es ein Holodeck, auf dem ich ein paar Stunden Trainieren kann.



    Tag X + 14


    Es geht zwar langsam voran, aber immerhin geht es voran. Die Materie / Antimateriereaktionskammer ist erfolgreich überholt, die Dilitiumkristalle sind ersetzt worden und auch die Verbindung mit dem Transwarpantrieb ist fertig gestellt. Auch die Lang- und Kurzstreckensensoren arbeiten im Testbetrieb bisher einwandfrei und sobald die letzten EPS-Leitungen ausgetauscht wurden können wir zumindest schon mal einen kleinen Testflug starten, um diese Systeme zu testen. In zwei Tagen werden die neuen Phaserspulen geliefert und wenn wir den Zeitplan einhalten können, kann Captain Jarot am Wochenende ein zumindest zum größten Teil einsatzbereites Schiff in Empfang nehmen.



    Tag X + 21


    Ich habe in der vorigen Woche wieder eine wichtige Lektion gelernt: Du sollst den Tag nicht vor dem Abend loben. Mein Optimismus war wohl etwas verfrüht. Wie sich herausstellte wurden die falschen EPS-Leitungen geliefert und das halbe Schiff musste wieder aufgerissen werden. Die Phaserspulen wurden erst gestern geliefert und der Einbau wird noch 48 Stunden in Anspruch nehmen. Und es hat wohl ganz den Anschein, als könnten die Replikatoren die benötigten Ersatzteile nicht liefern, weil sie zu alt sind. DAS FÄLLT DENEN JETZT ERST AUF! (seufzt) Wir sind dabei, das Problem zu beheben, aber das wird natürlich wieder Zeit in Anspruch nehmen, die dafür eigentlich nicht einkalkulliert war. Und als hätte sie es geahnt hat sich die Anreise von Captain Jarot um eine Woche nach hinten verschoben. Sie wird also hier eintreffen, wenn der Einbau der Phaserspulen (hoffentlich!) abgeschlossen ist. Immerhin kann ich ihr dann ein Schiff übergeben, dass halbwegs fliegt, aber noch keine Mannschaft hat, zumindest was die Führungsoffiziere angeht. Aber wer weiß, vielleicht zaubert sie ja noch jemanden aus dem Hut, den ich noch nicht auf der Rechnung hatte?



    Tag X + 23


    Die Arbeiten sind zum größten Teil abgeschlossen und Captain Jarot ist auf dem Weg hierher. Es war ein ganz schöner Kraftakt, aber es hat sich gelohnt. Ich habe jetz auch etwas mehr Zeit, um mir über einige Dinge Gedanken zu machen, zum Beispiel über die Frage, die mir schon die ganze Zeit durch den Kopf spukt: Warum ich?


    Ich meine na klar, Harumi hatte damals schon Recht, ich hab mich natürlich sehr über die Versetzung gefreut, schließlich wollte ich ja in die Kommandolaufbahn, um genau dorthin zu kommen, wo ich jetzt stehe. Dennoch, bei all den ganzen Umständen ist mir nicht klar geworden, welche Absichten der Captain damit verfolgt. Hat sie eine persönliche Rechnung mit dem Sternenflottenkommando offen? Das glaube ich zwar kaum, aber man hat ja schließlich auch schon Pferde vor die Apotheke kotzen gesehen. Aber warum dann? Wegen meiner Leistungen? Wohl kaum. Mir wurde fast ein Schiff unter dem Hintern weggeschossen, kein besonders vorteilhafter Einstand, wie ich finde.


    Ich glaube, es ist das Beste, wenn ich sie gleich selber frage.