Beiträge von Nadine S. Keller

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    Mission 11 - "Informationsbeschaffung"


    Sternzeit: 70722 (22.09.2393)
    Momentane Position: Entfernt sich von der Kommunikationsrelaisstation


    Nach neun Tagen Flug bei Warp 3,4 hat die Allende endlich die vermeintliche dreyanische Kommunikationsrelaisstation erreicht, wo sich die Besatzung weitere Informationen über dieses Raumgebiet und ihre neuen Kontrahenten zu erlangen erhoffte. In den vorangegangenen Tagen hat sich Captain Heartson im Hintergrund wieder mehr als Kommandant des Schiffes engagiert, an Briefings teilgenommen und auch vermehrt Präsenz gezeigt. Und mit jenem Tag auf Wunsch von Commander Keller sein altes Kommando wieder offiziell angetreten. Eine Entscheidung, mit der der amtierende Erste Offizier, Commander Erricson, nicht ganz glücklich war, sich aber dennoch bereit erklärt hatte, weiter als XO des Schiffes zu fungieren. Schließlich war die Frage, warum die Dreyar den Captain freigelassen hatten, noch immer ungeklärt.


    Eine weitere Entwicklung während der vergangenen Tage war, dass sich in vermehrt Crewmitglieder wegen Magendarm-Beschwerden auf der Krankenstation gemeldet hatten, die allerdings sehr harmlos waren und keiner wirklichen Behandlung bedurften. Doch fand Counselor Bradley nach Erreichen der Zielkoordinaten den Sicherheitschef, LtCmdr. Marterer, vor seinem Quartier bewusstlos vor. Die Krankenstation reagierte schnell und konnte den im Schock befindlichen Sicherheitschef stabilisieren. Als Ursache des Schocks wurde eine schwere allergische Reaktion festgestellt. Und da der Commander erst kurz zuvor wegen Magen-Darm-Beschwerden auf der Krankenstation war, sich entsprechende Beschwerden zudem häuften, wurde die Vermutung laut, dass der Auslöser eventuell im Replikatorsystem zu finden sein könnte. Dies würde weiter untersucht werden müssen. Zudem gab Counselor Bradley gegenüber dem Chefarzt bekannt, dass sie schwanger sei.


    Auf der Brücke versuchte die Besatzung unterdessen Zugriff auf den Computer der Relaisstation zu erlangen, was jedoch nicht möglich war. Auch die starke Subraumkommunikation in der Region konnte aufgrund einer komplizierten Verschlüsselung nicht angezapft werden. Daher wurde ein Außenteam entsandt, das sich in Raumanzügen Zugang zu der Station verschaffte und dort mit der Informationsgewinnung begann. Kurz darauf erschienen zwei dreyanische Raumschiffe wie aus dem Nichts und nahmen Kurs auf die Allende. Diese waren jedoch deutlich kleiner als das Trägerschiff, dem die Crew beim Nebel begegnet war.


    Gerade als sich das Außenteam zurückziehen wollte, sendeten die Dreyaner ein Signal an die Relaisstation, woraufhin diese verriegelt wurde und ein erhöhte atmosphärischer Druck aufgebaut wurde. Aufgrund dessen kam es zu einer explosiven Dekompression, als das Außenteam versuchte, die Außenluke zu öffnen, wobei es ins All geschleudert und das Shuttle von Trümmerteilen beschädigt wurde. Man konnte das Shuttle per Traktorstrahl bergen, doch musste das Außenteam durch ein riskantes Manöver aufgenommen werden: Die Allende flog mit geöffneten Shuttlerampentoren rückwärts auf das im All gestrandete Team zu und nahm sie auf diese Weise auf. Da die Schilde jedoch gesenkt waren, gelang es den Dreyanern, mehrere Treffer zu landen, bevor sich das Sternenflottenraumschiff mit Warpgeschwindigkeit aus dem Staub machen konnte.


    Logbuch des Captains, Captain Robert Heartson, Sternzeit 70722 (22.09.2393).


    Dies ist mein erster Eintrag seit meiner Rückkehr an Bord der Allende. Zumindest im offiziellen Logbuch des Kommandanten, da ich eben dieses vor wenigen Stunden erst von Commander Keller übernommen habe. Ich muss gestehen, dass es gut tut, wieder auf meinem Stuhl zu sitzen. Die Allende ist seit vielen Jahren mein zu Hause und ich fühle mich daher wie ein Teil dieser komplexen Maschine.


    Doch zum Thema. Wir haben uns bereits vor mehreren Stunden von der dreyanischen Kommunikationsrelaisstation zurückgezogen, nachdem wir dort von drei dreyanischen Schiffen konfrontiert wurden, deren Bauweise uns bis dato unbekannt war. Es ist jedenfalls beruhigend zu sehen, dass das übermächtige Trägerschiff wohl nicht dem Standard ihrer Flotte entspricht, sondern eine hoffentlich seltene Begegnung bleibt. Die kleineren Schiffe, auf die wir gestoßen sind, spielen viel eher in unserer Liga. Doch ihre quantitative Übermacht ist es, die uns zuletzt zu schaffen gemacht hat.


    Der Maschinenraum hat mich informiert, dass die drei letzten Treffer die Hauptträger des Raumrahmens der Untertassensektion möglicherweise stark in Mitleidenschaft gezogen haben könnten. Sollte sich das bewahrheiten, könnte das äußerst gefährlich für das Schiff werden, da die Subraumscherkräfte im Warptransit oder auch nur ein gut platzierter Schuss die Integrität der gesamten Untertasse zum Kollaps bringen könnte. Was bedeutet, dass wir über die Hälfte des Schiffes verlieren würden. Daher habe ich angeordnet, dass wir noch etwas Distanz zu den Dreyar gewinnen und anschließend unter Warp fallen sollen, um die Außenhülle von außen inspizieren zu können. Hoffentlich bewahrheiten sich die Befürchtungen der Techniker nicht, denn sonst stehen wir vor einem großen Problem.



    Mission 12 - "Verfolgt"


    Sternzeit: 70226 (24.09.2393)
    Momentane Position: Mit Warp 3 auf dem Weg zu einem Pulsar


    Die Allende hat sich über 1,5 Tage mit Warp 3 von der dreyanischen Subraumrelaisstaiton entfernt und ist zur Sichtung der Hüllenschäden auf Impuls gegangen. Die äußere Inspektion in den Workbees durch die Ingenieure sowie LtCmdr. Marterer und Ensign Frey ergab, dass die Hauptträger des Raumrahmens der Oberseite der Untertassensektion beim letzten Gefecht schwer beschädigt wurden. Daher ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis diese durch den Subraumstress beim Warpflug oder durch einen glücklichen, feindlichen Treffer auseinanderbrechen würden, was die Zerstörung der Untertassensektion zur Folge hätte. Aus diesem Grund hat der Maschinenraum empfohlen, nur noch intermittierende Warpflüge von jeweils wenigen Stunden mit max. Warp 3 vorzunehmen und dazwischen Pausen einzulegen, um die strukturelle Integrität nicht zu gefährden. Zumindest bis man die betroffenen Träger reparieren konnte.


    Noch bevor die Inspektion abgeschlossen werden konnte, tauchten drei dreyanische Schiffe auf: Zwei davon wurden für die Zukunft als Leichte und einer als Schwerer Kreuzer klassifiziert. Die Crew der Allende versuchte erneut, mit den Dreyanern in Kontakt zu treten, setzte aber vorsichtshalber bereits zum Rückzug an und entfernte sich von ihnen mit Impulsgeschwindigkeit. Die Dreyaner erwiderten den Ruf - der wie bislang nicht übersetzt werden konnte - und warteten eine halbe Minute ab, bevor sie schließlich das Feuer eröffneten. Der Allende gelang der Rückzug und sie ging einige Stunden später erneut unter Warp, um der Außenhülle die empfohlene Ruhepause zu gönnen. Die Brückencrew spekulierte zu dem Zeitpunkt, dass die Dreyaner möglicherweise Anweisungen zur Kapitulation gegeben haben könnten und nur das Feuer eröffnet haben, weil die Allende diesen nicht gefolgt ist. Zudem bemerkte der diensthabende OPS-Offizier, Lt. Laber, dass jedes mal kurz vor dem Auftauchen der Dreyar eine kleine Subraumverwirbelung auf den Sensoren auftaucht, was möglicherweise ein Effekt ihres bislang unbekannten Antriebes ist.


    In dieser Zeit fanden LtCmdr. Marterer und Ensign Frey anhand der Sensordaten, die die Allende vor zwei Wochen bei ihrem Sektorscan gewonnen hatte, einen Pulsar, der bei Warp 3 in 4,5 Tagen erreicht werden könnte. Dort würde die Crew versuchen, sich zu verstecken, um die Reparatur an dem Raumrahmen der Untertassensektion vorzunehmen. Doch tauchten erneut die drei dreyanischen Schiffe auf und zwangen die Allende zum Rückzug. Dieses Mal wurde sie allerdings bei Warp verfolgt, was zeigte, dass die Dreyaner über Warptechnologie verfügten. Doch wurde schnell klar, dass diese nicht dazu in der Lage sind, bei Warp zu feuern, weshalb die Allende auf Empfehlung von Cmdr. Erricson ein Manöver versuchte, um die Dreyar zur Aufgabe zu zwingen: Es wurden mehrere Torpedos in der Flugbahn der Dreyar zur Explosion gebracht, gerade außerhalb ihres Warpfeldes, um dieses zu destabilisieren, ohne die dreyanischen Schiffe zu beschädigen. Das Manöver gelang und die Dreyar brachen die Verfolgung ab.


    Doch drängte sich der Brückencrew zu diesem Zeitpunkt eine Frage auf: Wie gelang es den Dreyar, die Allende immer wieder aufzuspüren?

    Mission 09 - "Ein unerwarteter Fund"


    Sternzeit: 70695 (11.09.2393)
    Momentane Position: Im leeren Raum, ca. 2 Lichtjahre vom Nebel entfernt


    Die Allende hatte sich die letzte Woche über mit Warp 4 von dem Nebel entfernt und in dieser Zeit 2 Lichtjahre zurückgelegt. Im leeren Raum ging sie schließlich unter Warp und aktivierte erstmals wieder die bislang ausgefallenen Langstreckensensoren. Diese sind jedoch nur eingeschränkt funktionsfähig mit einer maximalen Reichweite von 10 Lichtjahren. Dort konnte das Schiff ein Subraumnotsignal auffangen, das von einem Sternenflottenkommunikator ausgesandt wurde. Der Ursprungsort konnte auf eine Entfernung von 0,2 Lichtjahren in der Richtung zurückverfolgt werden, aus der die Allende gekommen ist.


    Um nicht das gesamte Schiff für die Untersuchung zu riskieren, wurde ein Außenteam mit dem Shuttle Lothran losgeschickt, um der Quelle des Notsignals nachzugehen. Da dieses zum aktuellen Zeitpunkt zudem über einen schnelleren Warpantrieb verfügte (Warp 5), konnte es die Zielkoordinaten innerhalb von 8 Stunden erreichen. Dort fand das Außenteam unter Leitung von LtCmdr. Marterer (weiterhin gehörten LtCmdr. de Eloran, Ens. Frey und der Krankenschwester Ltjg. Reyes eine 1-Personen-Kapsel, die antriebslos im Raum trieb. Da die Transporter nachwievor nicht funktionsfähig waren, wurde die Kapsel - im wesentlichen nur eine weltraumtaugliche Stasiskammer - in die Achtersektion des Shuttles aufgenommen und dort geöffnet. Im Inneren fand das Team den bewusstlosen Captain Heartson vor. Mit ihm an Bord begab sich das Schiff auf den Rückweg zur Allende.



    Mission 10 - "Heartsons Rückkehr"


    Sternzeit: 70695 (11.09.2393) - 70708 (16.09.2393)
    Momentane Position: Im leeren Raum, ca. 2 Lichtjahre vom Nebel entfernt


    Das Shuttle Lothran ist von seiner Außenmission zurückgekehrt und Captain Heartson konnte auf der Krankenstation aufgeweckt werden. Er berichtet, dass er sich an seine Gefangenschaft nicht erinnern kann und seine letzte Erinnerung noch von dem Zeitpunkt direkt vor seiner Entführung stammt. Natürlich wirft diese unerwartete Rückkehr Fragen unter der Besatzung auf, insbesondere glaubt keiner – inklusive des Captains selbst -, dass die Dreyar ihn ohne Grund direkt vor ihrer Haustür ausgesetzt haben werden. Doch ist dieser Grund noch unklar. Aufgrund der entsprechenden Skepsis wird entschieden, dass der Captain vorerst nicht zurück zum Dienst antritt und unter Beobachtung bleibt.


    In der Zwischenzeit (seit Beginn der Außenmission sind 17 Stunden vergangen) konnte die Allende den Langstreckenscan der Umgebung beenden und hat eine kleine Raumstation in 1,4 Lichtjahren Entfernung entdeckt, deren Herkunft unbekannt ist, allerdings einen starken Kommunikationsverkehr abwickelt. Aufgrund von Größe und Nachrichtenaktivität ist daher wahrscheinlich, dass es sich um ein Subraumfunkrelais handelt.


    4 Tage später befindet sich die Allende mit Warp 3,4 auf dem Weg zu der Relaisstation, um von dieser Informationen zu gewinnen. Die Führungsoffiziere inklusive des Captains, der noch immer nicht zum Dienst angetreten ist, haben sich in der Beobachtungslounge eingefunden, um über die aktuelle Situation zu sprechen. Unter anderem wurde bekannt gegeben, dass die astrometrische Abteilung die Position der Allende bestimmen konnte. Sie befindet sich in der Galaxis M83, auch als südliche Feuerradgalaxie bekannt, die etwa 15 Millionen Lichtjahre von der Milchstraße entfernt ist. Zur Positionsbestimmung wurden die umliegenden Galaxien mittels konventioneller Teleskope kartographiert. Des Weiteren wurden die Rückkehr des Captains samt seines momentanen psychischen und physischen Zustandes sowie die begrenzten Treibstoffreserven des Schiffes thematisiert.



    Logbuch des amtierenden Captains, Commander Nadine Sophie Keller, Sternzeit 70716 (19.09.2393).


    Während sich das Schiff noch immer auf dem Weg zu dem vermeintlichen Kommunikationsposten der Dreyar befindet, habe ich mich heute erneut mit Captain Heartson unterhalten. Insbesondere ging es dabei um meine Bedenken bezüglich meiner Ausübung seines Amtes. Ich bin mittlerweile zu der Auffassung gelangt, dass der Captain seinen Posten wieder antreten sollte. Medizinisch und psychologisch wurde er längst freigegeben, die Zeit seit seiner Rückkehr war unauffällig. Natürlich sind wir alle noch skeptisch wegen der nach wie vor unklaren Motivation hinter seiner Freilassung, aber ich bin mir sehr sicher, dass wir es hier mit demselben Captain Heartson zu tun haben, der schon vor seiner Entführung das Schiff kommandiert hat.


    Ich selbst zweifle sehr an meiner Eignung, die Allende durch die schwierigen Zeiten zu führen, die noch vor uns liegen. Zwar hat Heartson mir versichert, dass dies unbegründet sei und ich hervorragende Arbeit geleistet habe… Doch hat der Captain einfach deutlich mehr Erfahrung und ist krisenerprobt, weshalb ich davon überzeugt bin, dass er weitaus erfolgreicher als ich darin sein dürfte, dieses Schiff in einem Stück zu halten. Es hat einiges an Überzeugungsarbeit gekostet, doch ist er nun mehr damit einverstanden, seinen Posten wieder anzutreten. Die Amtsübergabe ist für den Tag vorgesehen, an dem wir den Kommunikationsposten erreichen werden.


    Ich werde in den kommenden Tagen noch Commander Erricson über meine Entscheidung informieren müssen. Und ich fürchte, dass er nicht allzu erfreut darüber sein wird, da er von uns allen am skeptischsten ist, was die Widereinsetzung des Captains angeht. Was aber auch daran liegen mag, dass er ihn nicht kennt. Doch bin ich davon überzeugt, dass die beiden ein gutes Team abgeben werden.


    Was nun meine Zukunft angeht, so soll ich mich vorerst noch bereithalten, im Fall der Fälle den Captain ersetzen zu können. Doch hoffe ich, dass es dazu nicht kommen wird. So kann ich mich bald wieder vermehrt um meine Familie kümmern, zu der ich in den letzten Tagen nur wenig Kontakt hatte aufgrund der vielen Aufgaben, die es zu bewältigen gilt. Aber was noch wichtiger sein dürfte ist, dass ich meine volle Aufmerksamkeit schon bald auf den Punkt konzentrieren kann, der für die Besatzung wohl am interessantesten sein dürfte: Einen Weg nach Hause zu finden.

    Computerlogbuch, Commander Keller, Nachtrag.


    Ich habe nun mehr meine Entscheidung getroffen. Da unsere Sonden vermeldet haben, dass sich die feindlichen Aufklärer immer weiter unserer Position annähern und sie uns ihrem Suchmuster nach zu urteilen voraussichtlich übermorgen erreicht haben werden, habe ich angeordnet, die Startvorbereitungen auf den morgigen Tag vorzuverlegen. Den Empfehlungen meiner Führungsoffiziere folgend werden wir vorerst keinen Versuch starten, das entführte Personal von dem feindlichen Schiff zu retten. Zumindest nicht solange unsere Ausgangssituation so schlecht ist.


    Um auf die Trudeau zu sprechen zu kommen... Commander Erricson, der nun an Bord der Allende befindliche XO der Trudeau, hat ausdrücklich um den Erhalt des Schiffes gebeten. Daher werde ich entgegen des Protokolls und der Empfehlungen meiner Führungsoffiziere die Trudeau nicht zerstören, sondern von zwei Shuttles in einen dichteren Bereich des Nebels schleppen lassen, wo sie hoffentlich von den feindlichen Sensoren verbrogen bleiben wird. Doch habe ich angeordnet, dass zwei Photonentorpedos an Bord verbleiben sollen, die automatisch detonieren werden, wenn sich ein Schiff annähert, ohne einen vorgegebenen Entschärfungscode einzugeben. Was nun Commander Erricson selbst angeht, so wird er bis auf Weiteres als Erster Offizier der Allende fungieren. Was mir ehrlich gesagt einen gewissen Seelenfrieden vermittelt, da er aufgrund unserer langen Freundschaft einer der wenigen Offiziere ist, denen ich wirklich uneingeschränkt vertraue.



    Mission 08 - "Aufbruch ins Unbekannte"


    Sternzeit: 70673 (03.09.2393)
    Momentane Position: Entfernt sich von dem Nebel


    Nachdem die Besatzung der Allende ihre Startvorbereitungen abgeschlossen hat und die Trudeau von zwei Shuttles in einen dichteren Teil des Nebels geschleppt worden war, wo sie hoffentlich vor dem Feind verborgen bleiben würde, machte sich die Allende endlich auf den Weg, den Nebel hinter sich zu lassen. Nach Verlassen des Nebels sah sich das Schiff mehreren Jägerstaffeln und dem feindlichen Mutterschiff entgegen, die es für zehn Minuten abzuwehren galt, bis der Warpantrieb energetisiert werden konnte. Der Versuch, sich durch eine mit einem Störsender ausgestattete Sonde Zeit zu verschaffen, schlug fehl, da die Jäger sie vor der Aktivierung zerstörten. Anschließend gelang es mittels mehrerer Photonentorpedos die Jägerformation aufzubrechen. Der Versuch, nun ein weiteres Malin Kontakt mit dem Mutterschiff zu treten, schlug aufgrund der sprachlichen Barriere erneut fehl. Schon bald sah man sich der feindlichen Verstärkung in Form weiterer Jäger gegenüber, die die Allende umschärmten und auf kürzeste Distanz durch Einsatz der Phaser abgewehrt werden mussten.


    Kurz darauf waren die Warpgondeln endlich einsatzbereit, der Versuch auf Warpgeschwindigkeit zu beschleunigen schlug jedoch fehl. Daher gab Commander Keller das Kommando vorübergehend an Commander Erricson ab, um weitere Kalkulationen vornehmen und dieses Problem lösen zu können. Dieser vollführte ein riskantes Manöver, um die feindlichen Jäger abzuschütteln, indem er sie zunächst zu einer Verfolgung zwang, dann allerdings das Schiff abrupt stoppen ließ, wobei die meisten Jäger gegen die Heckschilde der Allende prallten und zerstört wurden. Dies führte allerdings zu einer Überlastung der Schildgeneratoren in deren Bereich Plasmafeuer ausbrachen. Im weiteren Verlauf des Gefechtes gelang es der Allende schließlich, einen direkten Treffer mit ihren Quantentorpedos zu landen und schwere Schäden an der vorderen Sektion des Feindschiffes zu verursachen. Dieses war jedoch noch immer gefechtsfähig und wandte nun die Seite samt der Hauptgeschütze in Richtung des Sternenflottenschiffes, dem in letzter Sekunde die Flucht in den Warptransit gelang, bevor es vom feindlichen Sperrfeuer zerstört worden wäre. Es konnten keine Verfolger geortet werden.


    Sechs Stunden später versammelte Commander Keller die Mannschaft in der Hauptshuttlerampe, um sich dort an ihre neue Crew zu wenden und sie auf die kommende, schwere Zeit einzustellen.



    Logbuch des amtierenden Captains, Commander Nadine Sophie Keller, Sternzeit 70675 (04.09.2393).


    Wir haben es geschafft und sind dem feindlichen Schiff entkommen. Gott weiß, dass es knapp war und die ganze Sache fast in einer Katastrophe geendet wäre. Nun stellt sich aber die Frage, wie es weitergehen soll. Die Schilde der Allende sind noch immer ausgefallen und die Generatoren müssen nach ihrer Überlastung erstmal repariert werden. Zudem wissen wir bislang nichts über unsere Umgebung oder unseren Feind. Daher lautet mein momentaner Befehl, erstmal ausreichend Distanz zwischen uns und den Nebel zu bringen und anschließend die Langstreckensensoren wieder in Betrieb zu nehmen. Und uns einen Überblick über diesen Sektor zu verschaffen. Erst dann können wir entscheiden, wohin uns unser Weg führen wird. Möglichkeiten gibt es jedenfalls genug, denn wir haben nur Treibstoff für knapp ein Jahr getankt und da wir nur mit Warp 4 fliegen können... Es reicht wohl zu sagen, dass wir ausgesprochen lange Flugzeiten auf uns nehmen müssen. Daher sollte nach der Informationsbeschaffung die Reparatur der Steuerbordgondel Priorität haben. Wofür wir allerdings Duranium und im Idealfall noch Tritanium benötigen. Beides Materialien, deren Beschaffung außerordentlich schwierig werden dürfte, insbesondere in einer verwertbaren Form.

    Mission 07 - "Ein unsicheres Versteck"


    Sternzeit: 70664 (31.08.2393)
    Position: Innerhalb des Nebels


    Seit der Geiselbefreiung und Festnahme der Piraten war ein Tag vergangen. Die Allende lag noch immer neben der Trudeau, während Shuttles und Frachtshuttles eingesetzt wurden, um Materialien und Ausrüstungsgegenstände von dem schwer beschädigten Schiff zu bergen, die für die Instandhaltung der Allende notwendig waren. Die 4 festgenommenen Piraten wurden in den Arrest gebracht und die befreiten Geiseln auf der Krankenstation durchgecheckt und entlassen.


    Commander Keller traf sich in ihrem Bereitschaftsraum mit Cmdr. Bastian Erricson, dem Ersten Offizier der Trudeau, der unter den befreiten Geiseln war, um dort die Lage zu besprechen. Er klärte sie darüber auf, was an Bord der Trudeau geschehen war, bevor man sich dazu entschlossen hatte, das Schiff aufzugeben (s. unten).


    Lieutenant Commander Teyla de Eloran, die wieder in den aktiven Dienst zurückgekehrt war, und Ens. Frey haben im Typ-9 Shuttle "Teppo" eine Aufklärungsmission außerhalb des Nebels unternommen, um herauszufinden, ob das fremde Schiff noch immer auf sie wartete oder der Weg frei war, das Versteck zu verlassen. Bedauerlicherweise musste festgestellt werden, dass das fremde Schiff nachwievor die Position hielt und mehrere Jägerstaffeln ausgesandt hatte, um den Nebel nach der Allende zu durchsuchen.


    Dr. von Lerchenfeld und Counselor Bradley haben sich mit dem gefangenen Piraten-Anführer Robert Sparrow auseinandergesetzt. Während der Arzt herausfinden sollte, auf welche Weise die von den Piraten beförderten Waffenpläne im Körper des Mannes gespeichert wurden (das hatte Counselor Lickowski vor seinem Tod angedeutet), sollte die Counselor ein psychologisches Profil erstellen, um ihn und seine Bande genauer einschätzen zu können. Der Arzt fand bei seiner Untersuchung einen Metallgegenstand in der Schulter des Inhaftierten, bei dem es sich wahrscheinlich um einen Datenchip handelte, der die Pläne enthalten könnte. Allerdings berief sich der Pirat auf seine Rechte und verweigerte eine Entfernung des Chips durch den Arzt, was dieser nach Rücksprache mit Cmdr. Keller respektieren musste. Und das, obwohl der Chip mit der Zeit zu einer Blutvergiftung führen würde.


    Währenddessen konnte die Allende ein kleines Schiff von der Größe eines Runabouts auf der Unterseite der Trudeau orten, bei dem es sich aller Wahrscheinlichkeit nach um einen Aufklärer der Fremden handelte. Dieser war mit derselben energiereflektierenden Legierung beschichtet worden, wie auch schon das fremde Mutterschiff, so dass erst die Aktivierung seiner Triebwerke darauf aufmerksam machte. Das Shuttle Teppo gelang es auf dem Rückweg, die Flucht des Aufklärers zu stoppen. Doch wurde es zerstört, als man versuchte, das kleine Schiff zurück zur Allende zu schleppen. Wahrscheinlich hat es sich selbst zerstört.


    In einem nachfolgenden Gespräch wurde Dr. von Lerchenfeld für die Dauer der Abwesenheit der entführten Dr. Rosenbach zum amtierenden LMO des Schiffes ernannt.


    Bericht von Commander Bastian Erricson, XO der USS Trudeau.


    Als die USS Trudeau bei der Anomalie angekommen war, waren bereits 3 klingonische Bird of Preys vor Ort dabei gewesen, mit einem unbekannten Energieimpuls die Anomalie zu beeinflussen. Der Kommunikationsversuch ergab, dass sie wohl glaubten, die Anomalie sei eine neue Waffe der Föderation und dass die entsprechende Hinweise darauf, dass es eine Waffe sei, wohl indirekt aus der Föderation gekommen waren. Da sämtliche Versuche fehlschlugen, die Klingonen von ihrem Vorhaben abzuhalten, entschied sich der Captain der Trudeau dazu, mit einem entgegengesetzten Impuls dem Tun der Klingonen entgegenzuwirken. Was aber dazu führte, dass alle vier Schiffe in die Anomalie gezogen wurden.


    Die Klingonen waren nun in ihrem Glauben gefestigt, dass dies von Anfang an der Plan der Trudeau gewesen sei. Es kam zum Gefecht, wobei die Trudeau schwer beschädigt wurde, sie die Klingonen aber in die Flucht schlagen konnte. Die Trudeau selbst hat sich in Richtung des Nebels geschleppt. Dort traf man auf das kleine, fremde Schiff, das die Allende später an der Unterseite der Trudeau vorfinden würde. Eine Kommunikation war nicht möglich. Das fremde Schiff nutzte die Beschädigung der Trudeau aus, um anzudocken. Es häuften sich anschließend die Meldungen, dass irgendetwas ins Schiff eingedrungen sei und Teile der Crew getötet wurden. Daraufhin wurde die Evakuierung angeordnet und die Selbstzerstörung eingeleitet. Commander Erricson war in der letzten Gruppe, da der Captain die bereits gestarteten Überlebenden anführen sollte. Bevor der Erste Offizier allerdings nun von Bord gehen konnte, wurde er mit 19 anderen von den Piraten als Geisel genommen und in dem Frachtraum festgehalten.



    Logbuch des amtierenden Captains, Commander Nadine Sophie Keller, Sternzeit 70670 (02.09.2393).


    Ich habe zusammen mit den physikalischen und technischen Abteilungen des Schiffes in den letzten Tagen intensiv an der Problematik unserer gestörten Subraumsysteme gearbeitet. Wir konnten einige vielversprechende Modelle aufstellen, die allerdings nur eine Teillösung unseres Problems liefern konnten. Ich bin zumindest zuversichtlich, dass wir bis zu unserem Aufbruch wieder über begrenzte Warpkapazitäten verfügen werden. Wir vermuten aktuell, dass diese Raumregion, wenn nicht sogar die gesamte Galaxie, von einem extrem dichten Feld aus dunkler Materie durchsetzt wird, dessen gravimetrischen Eigenschaften die energetische Interaktion des Normalraums mit dem Subraums von der in unserer Heimatgalaxie abweichen lassen. Das hat die Neuaufstellung einiger subraumphysikalischer Formeln notwendig gemacht, die uns zumindest im Rahmen von Computersimulationen einen Flug mit Warpgeschwindigkeit möglich gemacht haben. Auch die Langstreckensensoren dürften demnächst wieder mit begrenzter Leistung einsatzfähig sein. Die Transporter dagegen verweigern nach wie vor ihren Dienst, die Ursache dafür wird noch identifiziert werden müssen.


    Was unseren Warpantrieb angeht, so haben wir allerdings ein weiteres Problem. Während des letzten Gefechtes hat unsere Steuerbordwarpgondel starke Hüllenschäden davongetragen, wodurch sich kein stabiles Hochenergiewarpfeld etablieren lassen wird, ohne die strukturelle Integrität der Gondel zu gefährden. Der Maschinenraum will uns lediglich eine Freigabe für Warp 3 oder 4 geben, was meinen Berechnungen nach noch relativ großzügig ausgelegt ist. Um wieder über unsere volle Warpfähigkeit zu verfügen, werden wir uns um eine Reparatur des Gondelgehäuses bemühen müssen. Doch mangelt es uns dafür momentan an den notwendigen Materialien.

    [Kurze Anmerkung: Um der ganzen Sache mehr Tiefgang zu verleihen, habe ich mich entschlossen, das zu den Missionen gehörende Captain's Log hinzuzufügen. Auch die bisherigen Beiträge habe ich entsprechend bearbeitet, die Logs sind also nun auch oben enthalten :)]


    Mission 05 - "An Bord der USS Trudeau - Teil 2"


    Sternzeit: 70662 (30.08.2393)
    Position: Unbekannt, innerhalb eines Nebels in der Nähe der Hypersubraumverwerfung


    Das Team um Lieutenant Marterer war gerade mit der Sicherung der Gefangenen beschäftigt, als einer der Piraten Ensign Frey als Geisel nahm und verlangte, mit dem leitenden Offizier zu sprechen. Commander Voigt machte sich mit Ensign Ryan unverzüglich auf den Weg zum Ort des Geschehens, wogegen Counselor Bradley auf eigenes Verlangen hin im Maschinenraum zurück blieb, um die Sicherung der Logbücher des Schiffes fortzuführen.


    Im zum Hochsicherheitsgefängnis umgerüsteten Frachtraum angekommen begann Commander Voigt unverzüglich mit den Verhandlungen. Der Pirat, der Ensign Frey als Geisel hielt, wurde nun von zwei zuvor für bewusstlos gehaltenen Mitstreitern unterstützt. Voigt erreichte einen Austausch von Ensign Frey gegen sich selbst, so dass der Commander nun zur Geisel der Piraten wurde. Diese erschossen auf dem Rückzug aus dem Frachtraum Special Agent Hubbard, der wenige Augenblicke später verstarb.


    Kurz darauf erhielt das Außenteam den Befehl, zur Allende zurückzukehren, da sie Kontakt zu einem unbekannten fremden Schiff hatte. Das Team nahm die geheimnisvolle Frau mit, für die sich Agent Hubbard zuvor so sehr interessiert hatte. Auf dem Weg ins Shuttle erwachte die Piratin und stellte sich als Jessica Middleton vor. Da unterdessen der Kontakt zu Counselor Bradley abgebrochen war, machte sich Lieutenant Marterer auf die Suche nach ihr. Ihm gelang es, die Counselor in der Nähe des Maschinenraums zu finden und mit ihr zum Shuttle zurückzukehren.


    Nachdem das Shuttle schließlich den Nebel verlassen hatte, musste das Außenteam feststellen, dass die Allende in ein Gefecht mit dem fremden Schiff verwickelt worden war. In diesem Rahmen wurden Captain Heartson und zahlreiche weitere Besatzungsmitglieder von dem fremden Schiff mittels Transporter entführt, so dass Commander Keller das Kommando an Bord übernehmen musste. Auf ihren Befehl hin kehrte das Shuttle um, während die Allende, die den Kampf zu verlieren drohte, zurückblieb, um das Außenteam zu decken und ihm anschließend in den Nebel zu folgen.


    Logbuch des Ersten Offiziers, Dr. Nadine Sophie Keller, Sternzeit 70662 (30.08.2393).


    In der letzten Stunde haben sich die Ereignisse überschlagen. Der Angriff durch den unidentifizierten Raumer hat die Allende schwer in Mitleidenschaft gezogen. Noch liegen keine detaillierten Schadensberichte vor, doch ist allen an Bord bewusst, dass wir gerade noch mit unserem Leben davon gekommen sind. Auch wissen wir noch nicht, wie viele Besatzungsmitglieder von dem Angreifer entführt wurden. Wer fehlt, wird erst nach einer noch zu vollziehenden Zählung feststehen. Wir haben auf jeden Fall viele gute Männer und Frauen verloren. Und alleine mit der Entführung von Captain Heartson wurde uns ein schwerer Schlag versetzt, den ich als amtierende Kommandantin nur schwer kompensieren können werde.


    Momentan befinden wir uns auf dem Weg zur Trudeau, wo wir unser Shuttle auflesen werden. Bevor wir uns um die Rettung der entführten Besatzungsmitglieder kümmern können, müssen wir uns um die Situation vor Ort kümmern. Und sprichwörtlich unsere Wunden lecken. Denn so ungern ich das auch zugeben mag, so sehr muss ich mich der Tatsache stellen, dass die Allende zur Zeit kein weiteres Gefecht überstehen würde. Was mich vor die Frage stellt, wie wir unsere Leute aus den Händen dieser uns fremden Aggressoren befreien sollen. Die Sprachwissenschaftler beschäftigen sich bereits intensiv damit, die Botschaft der Fremden zu übersetzen, was hoffentlich für etwas mehr Klahrheit sorgen wird. Ebenso sehr, wie mir immer klarer wird, dass ich mich einer Aufgabe gegenüber sehe, deren Bewältigung möglicherweise außerhalb meiner Kompetenzen liegt. Doch hat sich niemand von uns diese Situation ausgesucht.



    Mission 06 - "An Bord der USS Trudeau - Teil 3"


    Sternzeit: 70662 (30.08.2393)
    Momentane Position: Innerhalb des Nebels


    Nachdem die gefangene Jessica Middleton als die für tot geglaubte Lt. Cmdr. Teyla de Eloran identifiziert werden konnte, erfolgte ein Briefing der Führungsoffiziere zur Besprechung der Situation. Commander de Eloran erläuterte, dass sie bei den Ziban-Piraten eingeschleust wurde, um undercover den Diebstahl einer höchst gefährlichen Technologie zu untersuchen, auf die die USS Jo'kala vor mehreren Jahren gestoßen ist. Dabei handelte es sich um eine holographische Apparatur, die dazu in der Lage war, ganze Welten zu simulieren und zusätzlich noch Objekte in der Größe eines Raumschiffes hinein zu beamen. Als die Piraten planten, die Pläne für diese Technologie an ein klingonisches Haus zu verkaufen, sollte de Eloran die Verhaftung der Piraten durch die USS Trudeau herbeiführen. Um welches Haus es sich handeln sollte, ist nicht bekannt, doch liegt nahe, dass es sich um das Haus des D'Morik handelt, weil dies die Anwesenheit dessen Schiffe im Anomaliegebiet erklären würde.


    An Bord der USS Trudeau spielte sich unterdessen eine Geiselnahme ab, wovon nicht nur Cmdr Voigt, sondern auch 20 weitere Crewmitglieder der Trudeau betroffen waren. Sie wurden von 4 Piraten in einem Frachtraum festgehalten. Lt. Marterer und Ens. Frey umstellten zusammen mit einem Sicherheitsteam den Frachtraum, Counselor Lickowski sollte als Unterhändler mitgehen, während de Eloran erneut in ihre Rolle als Jessica Middleton schlüpfte, um zu versuchen, die Piraten davon zu überzeugen, die Geiselnahme friedlich zu beenden. In der Zwischenzeit konnte Lt. Lickowski von der Krankenstation anhand von DNA-Spuren aus dem Torpedoraum als der Saboteur identifiziert werden, der zu Beginn für das Gefecht mit den Klingonen gesorgt hatte. Als er zufällig mit anhörte, wie Lt. Marterer darüber informiert wurde, bedrohte er den Sicherheitschef mit seinem Phaser und gab die Anwesenheit des Sicherheitsteams Preis, gerade als es de Eloran gelungnen war, den Anführer der Piraten, Robert Sparrow, zur Aufgabe zu bewegen. Der Counselor gab zu verstehen, dass er wüsste, dass die Daten für die Holowaffe in Sparrows Körper gespeichert seien und diese getilgt werden müssten. Es kam zu einem kurzen Schusswechseln, in dessen Verlauf der Counselor und LtCmdr. Voigt getötet und die Piraten in Gewahrsam genommen werden konnten.


    Der im Sterben liegende Lickowski gab mit seinen letzten Worten zu verstehen, dass er für eine 'Sektion' innerhalb der Föderation gearbeitet habe und er nicht die einzige Person an Bord sei, die darin verwickelt sei.


    Logbuch des amtierenden Captains, Commander Nadine Sophie Keller, Nachtrag.


    Die Geiselnahme an Bord der USS Trudeau konnte beendet werden, allerdings haben wir zwei weitere Verluste zu beklagen: Lt.Cmdr. Voigt und Counselor Lickowski. Die Piraten wurden in Gewahrsam genommen und in den Arrest der Allende überführt, während sich das Außenteam und die befreiten Geiseln momentan auf der Krankenstation erholen.


    Während ich erfreut darüber bin, dass diese brenzliche Situation beendet werden konnte, beunruhigt mich die Erkenntnis, dass Lt. Lickowski offenbar Teil einer Konspiration war, um die ursprüngliche Mission der Allende zu sabotieren. Offenbar hängt diese Konspiration insbesondere mit dem vereitelten Vorhaben der Ziban-Piraten zusammen, die Pläne für eine holographische Waffe an die Klingonen zu verkaufen, aller Wahrscheinlichkeit nach an das Haus des D'Morik, welches uns im Alpha Quadranten konfrontiert hatte. Zwar gab der Counselor an, es sei Teil des Plans gewesen, dass die Allende durch die Anomalie gezogen wird... Und dass er den Weg zurück kenne. Doch halte ich dies eher für einen verzweifelten Versuch, den Piraten Robert Sparrow davon zu überzeugen, ihm zu folgen und damit die Pläne für die holographische Waffe zu überlassen. Denn alles bisher Geschehene passt nicht zu seiner Behauptung. Viel eher glaube ich, dass es seine Absicht gewesen ist, durch den Torpedoabschuss auf die Klingonen einen Konflikt zwischen der Allende und den Vertretern des Hauses D'Morik herbeizuführen, vielleicht sogar einen Krieg zwischen der Föderation und dem Klingonischen Reich. Das alles hängt dabei irgendwie mit dieser holographischen Waffe zusammen... Doch so ganz ergibt es für mich noch keinen Sinn. Auch beunruhigt mich seine Aussage, dass er angeblich Teil einer 'Sektion' innerhalb der Föderation sei, die hinter all dem steckt.


    Ich schätze, dass uns nur zu hoffen bleibt, dass wir in Zukunft weitere Teile dieses Puzzles finden werden und es am Ende ein vollständiges Bild ergeben wird.

    Mission 03 - "Gestrandet"


    Sternzeit: 70659 - 70662 (29.08. bis 30.08.2393)
    Position: Unbekannt


    Die Allende hat den Riss auf der anderen Seite verlassen. Die momentane Position des Schiffes ist noch unbekannt, da die Sternenkonstellationen dem Computer nicht bekannt sind. Es gibt keine Spur von dem klingonischen Schiff, das mit uns in den Riss gezogen wurde. Verluste und Schäden halten sich glücklicherweise in Grenzen: Die Allende hat einen Hüllenbruch erlitten und die Schutzschilde sind ausgefallen. Zudem wurden lediglich zwei Tote verzeichnet, Commander Bennet und ein weiterer Ingenieur. Die von dem noch unbekannten Kollaborateur verletzten Offiziere wurden stabilisiert, allerdings wird es laut Dr. Rosenbach eine Weile dauern, bis Sie aussagen können. In der Torpedokontrolle konnten DNA-Spuren gesichert werden, die zu dem Kollaborateur gehören könnten. Aufgrund der starken Belastung der Krankenstation werden die Ergebnisse allerdings erst in einigen Stunden vorliegen.


    Ein bislang noch ungeklärtes Phänomen betrifft den Ausfall aller Subraumsysteme des Schiffes und unserer Shuttles, wozu die Langstreckensensoren und der Warpantrieb zählen. Technisch funktionieren die Systeme einwandfrei, allerdings kann die Energie nicht in den Subraum überführt werden. Commander Nadine Keller, die nun mehr zur amtierenden XO ernannt wurde, wurde damit beauftragt, die Ursache zu ergründen.


    Die Crew hat zudem eine Signalboje der Trudeau gefunden, die am Rand eines in der Nähe befindlichen Nebels positioniert wurde. Nach einem 18-stündigen Flug mit Impulsgeschwindigkeit konnte die Boje erreicht und aus Ihrem Computer die Koordinaten der Trudeau innerhalb des Nebels extrahiert werden. Es wurde ein Außenteam im Shuttle Vandiver losgeschickt, um die Trudeau zu lokalisieren und ggf. zu sichern. Die Allende verbleibt am Rande des Nebels, um die Umgebung im Auge zu behalten, sollten die Klingonen zurückkehren.


    Computerlogbuch, Captain Robert Heartson, Sternzeit 70662 (30.08.2393).


    Unsere momentane Position bleibt unbekannt. Glücklicherweise wurde die Allende nicht allzu schwer in Mitleidenschaft gezogen, so dass wir noch operationsfähig sind. Was mich nachdenklich macht ist die Tatsache, dass weder Warpantrieb noch Langstreckensensoren funktionieren. Technisch sind die Systeme völlig in Ordnung, doch irgendetwas in der Umgebung scheint ihre Funktion zu verhindern. Das in Kombination mit der Tatsache, dass der Computer nichts mit den lokalen Sternenkonstellationen anfangen kann, ist äußerst beunruhigend. Noch beunruhigender finde ich allerdings, was Professor Keller mir mitgeteilt hat: Es gibt zumindest zum momentanen Zeitpunkt keine Möglichkeit zurückzukehren. Zumindest nicht, ohne das Risiko einzugehen, dass das Schiff zerstört wird oder wir am anderen Ende des Universums landen. Bildlich gesprochen natürlich...


    Ein gutes Zeichen dagegen betrifft die Trudeau. Wir haben endlich eine Spur von ihr gefunden. Sie scheint sich in einem interstellaren Nebel in unserer direkten Nähe zu befinden. Ich habe ein Außenteam entsandt, um das Schiff zu sichern. Special Agent Hubbard habe ich mitgeschickt, um bei der Sicherung der gefangenen Ziban-Piraten zu assistieren. Ich hoffe nur, dass wir das Schiff intakt vorfinden werden. Wir werden jede Unterstützung benötigen, die wir kriegen können.



    Mission 04 - "An Bord der USS Trudeau - Teil 1"


    Sternzeit: 70662 (30.08.2393)
    Position: Unbekannt, innerhalb eines Nebels in der Nähe der Hypersubraumverwerfung


    Das Shuttle Vandiver hat die USS Turdeau innerhalb des Nebels aufgespürt. Das Schiff wurde sehr schwer beschädigt, ohne Energie und mit zahlreichen Hüllenbrüchen aufgefunden. Bei dem Versuch an Bord zu gehen, stellte das Außenteam fest, dass die Transporter aufgrund derselben mysteriösen Kraft nicht funktionieren, die auch den Warpantrieb und die Langstreckensensoren außer Gefacht gesetzt hat.


    Da zudem die Shuttlerampentore geschlossen waren, entschied man sich, mit dem Shuttle das Tor zu rammen, um sich so Zugang zu dem Schiff zu verschaffen. Schließlich an Bord gelangt, sah sich das Außenteam einem ausgefallenen Lebenserhaltungssystem und fehlender Schwerkraft gegenüber. Da noch eine Restatmosphäre in den intakten Sektionen vorhanden war, reichten allerdings Sauerstoffmasken und Gravitationsstiefel für die weitere Fortbewegung aus.


    Das Team um Lieutenant Commander Voigt, zu dem noch Ensign Ryan und Counselor Bradley zählten, erreichte den Maschinenraum, wo man zunächst die Notenergie wiederherstellen konnte. Dabei wurde allerdings das zum Zeitpunkt des Energieausfalls gestartete Selbstzerstörungsprogramm des Schiffes reaktiviert, das Ensign Ryan im letzten Moment deaktivieren konnte. Nun bestätigte sich der äußere Eindruck des Schiffes, das völlig manövrierunfähig war. Ein genauer Schadensbericht würde allerdings erst nach mehreren Stunden erstellt werden können.


    Das Team um Lieutenant Marterer, dem zusätzlich Ensign Frey und Agent Hubbard angehörten, gelang es den Hochsicherheitsbereich zu erreichen, wo die gefangenen Piraten untergebracht worden waren. Vor der Tür wurden erdrosselte Sicherheitsoffiziere aufgefunden, im Inneren leere Zellen. Wahrscheinlich wurden diese beim Versuch getötet, die Gefangenen mit der restlichen Mannschaft zu evakuieren. Lediglich vier Piraten waren in ihren verschlossenen Zellen zurückgeblieben, darunter auch eine geheimnisvolle menschliche Frau, die für Agent Hubbard einen besonderen Wert zu haben schien.

    Teilhandlung 1 - "Unbekannte Gefilde"


    Computerlogbuch, Captain Robert Heartson.


    Nach über zwei Monaten angelegt an Sternenbasis 73 sind die Wartungsarbeiten an der Allende fast abgeschlossen. Die OPS der Sternenbasis hat mir heute die neuen Einsatzbefehle des Flottenkommandos zugestellt. Ich arbeite mich noch durch die Dossiers, allerdings scheint es sich dabei um einen durchaus lohnenswerten Auftrag zu halten. Das Experiment wirkt vielversprechend und dürfte uns mit etwas Glück einen Eintrag in den Geschichtsbüchern einbringen. Ich werde Linda heute Abend noch darauf ansprechen müssen, eine Expertenmeinung könnte hier wirklich nicht schaden. Denn die Erklärungen der Frau Professorin sind für mich kaum zu erschließen. Wenn gleich ich mich darauf freue, sie kennenzulernen, hoffe ich doch, dass sie im Alltag einen weniger gehobenen Sprachstil pflegt. Sonst wird die Kommunikation mit ihr schwieriger als jeder Erstkontakt ohne Universaltranslator. Erfreulicherweise werden wir auch nicht das einzige Schiff sein, das an diesem Einsatz beteiligt ist. Die USS Trudeau, ein Schiff der New Orleans Klasse, befindet sich bereits auf dem Weg zu unserem nächsten Ziel und müsste etwa drei Wochen vor uns dort ankommen. Ich freue mich bereits darauf, Captain Etienne wiederzusehen. Unser letztes Treffen dürfte mittlerweile 10 Jahre zurückliegen.


    Mission 01 - "Willkommen an Bord"


    Position: Sternenbasis 73, nahe der klingonisch-gorn'chen Grenzen


    Die Besatzung fand sich im Neun Vorne ein, um das Ende der mehrmonatigen Wartungsarbeiten an der Allende zu zelebrieren. Dazu hat Lieutenant Linda Heartson eine Feier im Hawaii-Stil organisiert.


    Captain Heartson informierte die Crew unterdessen darüber, dass der nächste Auftrag nur 4 Wochen dauern wird und der Erste Offizier, Commander Kimberly Stone, erst bei Rückkehr zur Sternenbasis wieder an Bord kommen würde. Im Rahmen des Auftrages, der die Crew an die Grenze der klingonisch-gorn'chen Territorien führen würde, sollte versucht werden, mit der verschollenen USS Jo'kala in Kontakt zu treten. Dazu würde die Besatzung ein von Professor Nadine Sophie Keller entwickeltes Experiment durchführen, das eine der seltenen Hypersubraumverwerfung ausnutzen würde, denen auch die Jo'kala einst zum Opfer gefallen war.


    Logbuch des Captains.


    Ich muss zugeben, dass ich ein wenig verstimmt bin ob des Besuchs, den ich heute hatte. Ein Agent des lokalen Büros des Föderationssicherheitsdienstes hat mich aufgesucht und darüber informiert, dass er uns bei unserem nächsten Auftrag begleiten wird. Sobald wir uns mit der Trudeau treffen, wird er an Bord des Schiffes wechseln, um dort eine Gruppe von HVTs zu übernehmen. Offenbar traut die Bundespolizei der Sternenflotte nicht zu, die wertvolle Fracht bis zur Rückkehr in den Föderationsraum sicher zu halten. Doch wenn ich ehrlich sein soll, dann liegt es wohl nicht am Vertrauensmangel, sondern viel mehr an dem üblichen Zuständigkeitsgehabe der Behörden. Ich glaube, denen hat es noch nie gefallen, dass die Sternenflotte im interstellaren Raum polizeiliche Aufgaben übernimmt, ohne dass jemand vom FSD daran beteiligt ist.


    Der Empfehlung meines neuen Sicherheitschefs folgend habe ich bei der logistischen Abteilung der Werft zudem um die Überstellung von 45 Quantentorpedos auf die Allende gebeten. Diese werden im Laufe der Woche in unsere vorderen Abschussrampen verladen. Wenn gleich ich die Argumentation von Lieutenant Marterer verstehe, dass diese Torpedos uns im Gefechtsfall das Leben retten könnten, wo wir schon so nahe an den klingonisch-gornschen Grenzen operieren werden, so muss ich zu Protokoll geben, dass ich meine Bedenken habe, was das Vorhandensein dieser Torpedos angeht. Denn sollte es zu einer Begegnung mit einem klingonischen Schiff kommen, so könnte diese Begegnung zu einem bewaffneten Konflikt eskalieren, sollten die Klingonen die Quantentorpedos bemerken. Schließlich spricht eine Bewaffnung mit diesen machtvollen Waffen gegen eine rein wissenschaftliche Natur unseres Auftrags. Ich hoffe, dass wir diese Überlegungen nicht auf die Probe stellen müssen.



    Mission 02 - "Unvorhersehbare Komplikationen"


    Sternzeit: 70659 (29.08.2393)
    Position: Sektor XN7YN13, nahe der klingonisch-gorn'chen Grenzen


    Die Allende hat ihre Zielkoordinaten erreicht und das Experiment zur Kontaktaufnahme mit der USS Jo'kala erfolgreich durchgeführt. Es konnte ein kurzes Gespräch mit dem verschollenen Schiff geführt werden, bevor der Kontakt wieder abbrach. Vor Ort fand man zudem kleinere Tümmerteile von der vermissten USS Trudeau.


    Unerwartet tauchten drei klingonische Schiffe vom Haus des D'Morik in nächster Nähe der Allende auf: Zwei Bird of Preys der B'Rel-Klasse und ein Kreuzer der Vor'cha Klasse, die IKS Kozak, unter dem Kommando von Captain Raskra. Die Kontaktaufnahme mit dem klingonischen Führungsschiff offenbarte, dass auch die Klingonen hier ein Schiff vermissen, das etwa zur selben Zeit verschwunden ist wie die Trudeau. Doch als plötzlich Torpedos der Allende die beiden Bird of Preys außer Gefecht setzten, entfachte ein Kampf zwischen der Allende und der Kozak. Es stellte sich heraus, dass ein noch unbekannter Saboteur unter der Besatzung für diese Tat verantwortlich ist. Im Verlauf des eher einseitigen Gefechtes, da die Allende auf eine Erwiderung des Feuers verzichtete, wurde beim Rückzugsversuch die Hypersubraumverwerfung durch unglückliches Timing soweit destabilisiert, dass beide Schiffe hineingezogen wurden. Dabei wurde Chefingenieur Bennet durch eine Explosion getötet.

    Little Eden News

    Little Eden Fire Department plant ambulanten Ärztedienst


    Little Eden, 5. Mai 2392 (SZ 69341)


    Wie das Little Eden Fire Department heute bekannt gab wird es in Zukunft in Kooperation mit der Ärzteschaft des Little Eden Community Hospitals einen ambulanten Ärztedienst innerhalb der Stadt unterhalten. Dabei betonte Fire Chief Karl Graham, dass der Grund dafür nicht in einem Qualitätsproblem der bisherigen präklinischen Notfallversorgung liegen würde, die am irdischen Standard orientert primär auf Paramedics und Rettungssanitäter setzt, somit auf den Einsatz von präklinischen Notärzten verzichtet. In der Tat habe das Krankenhaus diesen Schritt vorgeschlagen, um die überfüllte Notfallaufnahme zu entlasten, die bereits seit über einem Jahr mit einem starken Patientenanstrum aus Tan Waksa zu kämpfen hat. Die meisten Besuche aus Little Eden, die außerhalb der Öffnungszeiten der Familienklinik lägen, erforderten allerdings keinen Aufenthalt im Krankenhaus und könnten auch beim Patienten vor Ort geklärt werden. Da Paramedics jedoch über keine Entscheidungskompetenzen in solchen Fällen verfügen und lediglich festen Versorgungsalgorithmen folgen können, wäre die Einlieferung ins Krankenhaus notwendig, sollte der Patient darauf bestehen, von einem Arzt untersucht bzw. behandelt zu werden. Es gäbe hier also keine Alternative zu einem präklinisch tätigen Arzt.

    Für einen solchen Fall würde die Leitstelle zukünftig zunächst einen Rettungswagen losschicken, um eine erste Sichtung des Patienten vorzunehmen. Sollte sich herausstellen, dass eine Behandlung vor Ort ausreichend wäre, würde ein Allgemeinmediziner der Familienklinik informiert werden, der zum Einsatzort nachrücken und die weitere Versorgung übernehmen würde. In besonders schweren Notfallsituationen, in denen eine akute Lebensgefahr besteht, was das sofortige Eingreifen durch einen Arzt notwendig macht, wird dagegen ein Notfallmediziner des Little Eden Community Hospitals hinzugezogen, der am Einsatzort die Notfallversorgung bis ins Krankenhaus sicherstellen soll und dort angekommen auch gleich die weitere Behandlung in der Notaufnahme vornehmen kann. Das soll die Übergabezeit reduzieren und den Übergang der präklinischen zur klinischen Versorgung reibungsloser gestalten.



    Leserkommentar von Christine Hernandez

    Ich arbeite als Krankenschwester im Little Eden Community Hospital und betrachte dieses Vorhaben äußerst kritisch. Sieht man sich die Situation des Little Eden Fire Departments etwas genauer, wird insbesondere im Fall der "schweren Notfallsituationen" schnell deutlich, dass es nicht nur um eine Entlastung der Notaufnahme gehen kann, schließlich wäre hierbei eine Einflieferung nicht zu vermeiden. Aktuell sind drei Rettungswagen im Einsatz, jeweils mit einem Paramedic und einem Rettungssanitäter bemannt. Da eine Tätigkeit als Paramedic ein entsprechendes Studium voraussetzt, zudem der wichtige Faktor der Erfahrung nicht unterschätzt werden darf, könnte auch die Befürchtung eine Rolle spielen, dass zukünftig nicht ausreichend Nachwuchs zur Verfügung stehen wird, um den steigenden Bedarf an erfahrenen Paramedics zu decken. Und diese Befürchtung wäre meiner Meinung nach mehr als berechtigt. Der präklinische Einsatz von Ärzten könnte somit den Rettungsdienst entlasten, allerdings ein Problem für das Krankenhaus bedeuten, das wohl keiner bedacht zu haben scheint:

    Da es lediglich eine Notfallfachärztin und Traumatologin in Little Eden gibt, die zugleich als Chefchirurgin des Krankenhauses tätig ist, fällt es schwer nachzuvollziehen, wie dieses neue System reibungslos funktionieren soll, bedenkt man zugleich das Patientenaufkommen aus Tan Waksa und die Tatsache, dass momentan nur sie als präklinische Notärztin infrage kommt. Zwar sind auch Fachärzte der anderen Abteilungen des Hauses in der Notaufnahme tätig, doch sollte die einzige fachärztlich qualifizierte Traumatologin und Notärztin nicht lieber während ihrer gesamten Schicht im Haus sein, um direkt zugegen zu sein, sollte es zu mehreren Schwerverletzten kommen? Zudem könnte man der Krankenhausleitung vorwerfen, den Patienten aus Little Eden eine bevorzugte Behandlung zukommen zu lassen, was ethisch durchaus als fragwürdig bezeichnet werden kann. Denn alle Patienten, egal woher sie kommen, verdienen dieselbe Behandlung. Und ich weiß nicht, ob dieser Grundsatz hierbei berücksichtigt wird. Es wird wohl nur die Zeit zeigen können, ob dieses Unterfangen lange gut gehen kann. Ich jedenfalls habe große Zweifel daran.

    Little Eden News

    Drogenboss bei Polizeieinsatz erschossen


    Tan Waksa, 8. April 2392 (SZ 69269)


    Dramatische Szenen ereigneten sich in einem Nachtclub am Stadtrand von Tan Waksa, als mehrere Sonderkommandos der Polizei in das Gebäude eindrangen, um einen der einflussreichsten Drogenbosse Tan Waksas festzunehmen. Dabei kam es zu einem heftigen Schusswechsel zwischen den Beamten und den Leibwächtern des gesuchten Schwerverbrechers Ixnar, bei dem nicht nur er und die meisten seiner Leibwächter von Polizeikugeln tödlich getroffen, sondern auch vierzehn unbeteiligte Zivilisten schwer verwundet wurden. Dem Drogenboss wurde nicht nur die Verbreitung illegaler Substanzen vorgeworfen, sondern auch mehrfacher Mord, Vergewaltigungen, schwere Körperverletzungen und Freiheitsberaubung. Den Leibwächtern, die festgenommen werden konnten, droht nun im Rahmen eines Schnellverfahrens eine lebenslange Haftstrafe im Hochsicherheitsgefängnis von Tan Waksa, in zwei Fällen sogar die Todesstrafe.

    Bereits seit anderthalb Jahren ermittelte die Polizei gegen den Drogenboss, konnte bislang aber keine ausreichenden Beweise aufzeigen, um eine Festnahme zu rechtfertigen. Dies hat sich geändert, nachdem die Polizei Zugang zu den Daten eines seiner Computer erhalten hat. Im Rahmen der verdeckten Operation, die zur Erlangung besagter Daten führte, wurden eine zwanzigjährige Grinori und eine namentlich nicht benannte menschliche Frau schwer verletzt. Den Familien der Frauen hat die Polizei ihre Unterstützung zugesichert, wozu ein Schmerzensgeld in Höhe von insgesamt 2 Millionen Tektarn zählt. Diese Summe dürfte in den kommenden Wochen von einem Gericht noch nach oben korrigiert werden.

    Aus den sichergestellten Daten gingen zudem Beweise hervor, die zur Festnahme von sechs Richtern des Strafgerichtshofes sowie von 48 Polizeibeamten der Großstadt geführt haben. Auch ihnen drohen nun wegen Korruption und schwerem Amtsmissbrauchs lebenslange Haftstrafen.

    Little Eden News

    Kurznachrichten


    Little Eden, 20. März 2392 (SZ 69217)


    +++ Kriminalität in Little Eden +++

    Eine ungeahnte Welle an Einbrüchen hat sich in der letzten Woche in Little Eden ereignet. So sei im Randgebiet der Stadt in sechs Häuser eingebrochen worden, deren Bewohner zum Zeitpunkt des Geschehens nicht zugegen waren. Ein Sprecher des Little Eden Police Departments erklärte, dass die bisherigen Erkenntnisse darauf schließen lassen, dass es sich bei den Tätern um Grinori gehandelt haben muss. So seien DNA-Spuren sichergestellt worden, die vom kriminaltechnischen Labor der örtlichen Polizei untersucht wurden. Die Spur würde allerdings nicht allzu weit führen, da sich die Behörden von Tan Waksa weigerten, einen Abgleich mit ihrer DNA-Datenbank vornehmen zu lassen.

    Der Polizeisprecher erklärte weiter, dass sich diese Grinori zunutze machten, dass Kriminalität dieser Art in der Föderation völlig unbekannt und die Bürger daher nicht vorbereitet seien. Die wenigsten Häuser würden über ein Sicherheitssystem verfügen, das Einbrüchen vorbeugen oder zumindest bei der Aufklärung helfen könne. "Wir raten daher zu erhöhter Wachsamkeit und zur Installation eines Sicherheitssystems", erklärte der Polizeichef im Rahmen der Pressekonferenz. Desweiteren "soll niemand zögern, umgehend die Polizei zu verständigen, sollten verdächtige Aktivitäten beobachtet werden."


    +++ Little Eden Community Hospital plant Erweiterung der Notfallaufnahme. +++

    Aufgrund des kaum zu bewältigenden Patientenaufgebots aus Tan Waksa gab die Administration des Little Eden Community Hospitals bekannt, die Notfallaufnahme ausbauen zu wollen. So seien die bisherigen Einrichtungen für die Bevölkerung von Little Eden konzipiert worden und den seit ihrer Öffnung für die Bevölkerung der angrenzenden Großstadt an sie gestellten Anforderungen nicht mehr gewachsen.

    Geplant sei, die Notfallaufnahme auf das gesamte Erdgeschoss des Hauses zu erweitern. Die bislang dort befindliche Familienklinik solle in ein seperates Gebäude ausgelagert werden. Dieser Schritt sei nicht nur aus bautechnischen Gründen notwendig, sondern auch zum Schutz der Patienten auf Little Eden, die die Familienklinik tagtäglich aufsuchen. Da die Notaufnahme insbesondere die mittellosen Grinori aus Tan Waksa anzieht, sei es bereits mehrmals dazu gekommen, dass bei den in der Familienklinik wartenden Föderationsbürgern ausgesprochen aufdringlich nach Geld gebettelt wurde. Oftmals sei die Situation soweit eskaliert, dass die Polizei hinzugezogen werden musste.


    +++ Daystrom Institut bedenkt Einrichtung einer medizinischen Fakultät +++

    Das Daystrom Institut in Little Eden plant offenbar die Einrichtung einer medizinischen Fakultät. Dies erklärte ein Sprecher des Instituts. Es seien in den letzten Monaten vermehrt Anfragen von Schülern im örtlichen Krankenhaus eingegangen, die noch dieses Jahr ihre Hochschulzulassung erhalten und ein Medizinstudium anstreben würden.

    Während für die meisten Studiengänge Online- und Holodeckkurse angeboten würden, sei dies bei einem Medizinstudium aufgrund der sehr praxisorientierten Ausbildung in Laboren und Krankenhäusern nicht möglich. Zwar könne auch das Grundstudium unabhängig von universitären Einrichtungen absolviert werden, spätestens in der Vorklinik wäre dies allerdings nicht mehr möglich. Daher wurde die Ärzteschaft des Little Eden Community Hospitals vom Daystrom Institut um die Vorlage eines entsprechenden Ausbildungskonzeptes gebeten, das die teils begrenzten Möglichkeiten der Kleinstadt berücksichtigt.

    Verantwortlich für die Initiative zeigt sich die ärztliche Direktorin des Hauses, Dr. Francine Keller. Zwar war sie nicht für eine Stellungsnahme zu erreichen, doch erklärte ihr Sekretär auf Nachfrage, dass man darum bemüht sei, bereits zum nächsten Semester das Medizinstudium anzubieten und auch die Möglichkeit eines Zahnmedizinstudiums geprüft werde.

    Little Eden News

    Erschütternde Bilanz des Stromausfalls


    Little Eden, 30. April 2391 (SZ 68328)

    Mehr als 221 Personen, darunter 28 Kinder, sind infolge des Stromausfalls auf Rover Island am Anfang des Monats ums Leben gekommen. Insbesondere in den Krankenhäusern der Großstadt hat der völlige Ausfall aller technischer Geräte unzählige Leben gekostet. Zahlreiche Patienten, die gerade operiert wurden oder auf den Intensivstationen der Hospitäler durch medizinisches Gerät am Leben erhalten werden mussten, seien verstorben, weil ihre Lebensfunktionen nicht mehr aufrechterhalten werden konnten. Zudem kam es zur Panik und zahlreichen Ausschreitungen auf den Straßen der Stadt, bei denen unzählige Personen verletzt wurden oder ums Leben kamen. Die Polizei sei zwar ausgerückt, um die öffentliche Ordnung zu sichern, doch mangelte es ihnen aufgrund der technischen Ausfälle an Möglichkeiten, dies durchzusetzen.

    Ähnliche Schreckensbilder blieben Little Eden glücklicherweise erspart. Dennoch musste sich die Polizei bemühen, die Bevölkerung zu beruhigen und eine Panik zu vermeiden, wenn man bedenkt, dass es sich nicht nur um einen Stromausfall handelte, sondern sämtliches technisches Gerät ausgefallen ist: Ein beispielloses Ereignis, das viele verunsichert hat und einen feindlichen Angriff fürchten ließ. Angehörige und Ärzte im Little Eden Community Hospital mussten infolge der Ausfälle über Stunden hinweg um das Leben mehrerer Intensivpatienten bangen, doch konnten ähnlich fatale Folgen wie in den Krankenhäusern von Tak Waksa wie durch ein Wunder verhindert werden.

    Nichtsdestotrotz fordern die Bürger der Stadt eine Erklärung für den mysteriösen Ausfall aller technischen Geräte auf der Insel. Bürgermeister Taylor versicherte mittlerweile in einer Presseerklärung, dass es zu einer lückenlosen Aufklärung der Vorfälle kommen und man alles unternehmen würde, um einen weiteren Zwischenfall dieser Art zu verhindern. Insbesondere der Ausfall des Sternenflottenstützpunktes, der ja eigentlich dem Schutz Little Edens dienen sollte, sei nicht zu entschuldigen und zeuge von einem beispiellosen Versagen der Sternenflotte.

    Als erste Maßnahme werde man Umrüstungen am Energieversorgungsnetz Little Edens vornehmen, um es gegen jede Art von militärischem oder natürlichem Einfluss zu schützen. Die Priorität lege dabei auf dem Krankenhaus, das mit mehreren redundanten Notstromgeneratoren, speziell abgesicherten Energieleitungen und einem permanent laufenden, intern versorgtem Abschirmsystem ausgestattet werden soll, um zu verhindern, dass jemals wieder das Leben eines Patienten durch so einen Vorfall gefährdet wird.

    Little Eden News

    Noch immer keine Erklärung für Stromausfall


    Little Eden, 19. April 2391 (SZ 68297)

    Noch immer gibt es keine Erklärung für den Stromausfall in der vergangenen Woche, der das öffentliche Leben auf Rover Island für mehrere Stunden zum Erliegen gebracht hatte. Der Betreiber des Fusionskraftwerks von Tan Waksa, das für die Versorgung der Grinori-Großstadt und von Little Eden verantwortlich ist, gibt an, dass nach einer genauen Prüfung der Anlage kein technischer Defekt festgestellt werden konnte, weder am Kraftwerk noch am Stromnetz der Stadt. In der Tat habe das Kraftwerk die ganze Zeit über funktioniert, allerdings sei die Energie nach Verlassen der abgeschirmten Anlage auf bisher ungeklärte Weise aus den Stromleitungen abgezogen worden.

    Daher werden bislang unbekannte externe Faktoren für den Vorfall verantwortlich gemacht, da nicht nur die netzabhängigen Geräte auf der Insel den Dienst versagt hatten, sondern auch alle batteriebetriebenen technischen Geräte und der vom öffentlichen Stromnetz unabhängige Sternenflottenstützpunkt auf Rover Island. Ein Ingenieur des Grinori-Kraftwerks, der namentlich nicht genannt werden wollte, ließ verlauten, dass hinter den Kulissen keine natürliche Ursache vermutet würde. Stattdessen sei nur ein militärisches Energiedämpfungsfeld dazu in der Lage, diese Art von Störung zu verursachen. Was auch erklären würde, weshalb die Funktion des Fusionskraftwerks selbst unbeeinflusst war, da es gegen Angriffe dieser Art abgeschirmt ist. Etwas, was auf den Fusionsreaktor des Sternenflottenstützpunktes nicht zuzutreffen scheint, wenn man Quellen innerhalb der Anlage vertrauen möchte, die angeben, dass zwar eine Abschirmung existiere, diese allerdings nicht verhindern konnte, dass der Stützpunktfusionsreaktor und das gesamte militärische Equipment des planetaren Außenpostens ausgefallen sind.

    Ein sehr beunruhigender Gedanke, wenn man bedenkt, dass dieser Stützpunkt dafür verantwortlich ist, Little Eden vor militärischen Angriffen zu schützen. Doch wie sicher ist die Stadt noch, wenn sich der Außenposten durch ein einfaches Energiedämpfungsfeld ausschalten lässt? Oder will uns die Sternenflotte ernsthaft erzählen, dass ihre Anlagen derart verwundbar sind, dass man sie ohne einen Schuss abzugeben auf so simple Art ausschalten kann? Es bleibt zu hoffen, dass die Verantwortlichen der Sternenflotte um Rear Admiral Marie-Louise Davion aus diesem Vorfall lernen und ihre Hardware sicher vor derartigen Angriffen machen werden. Denn sonst steht Little Eden vor einem gravierenden Problem, das die Leben aller Einwohner gefährdet. Eben diese Einwohner mit Föderationsbürgerschaft, deren Schutz vor militärischen Übergriffen zu gewährleisten die Sternenflotte geschworen hat.

    [Blockierte Grafik: http://www.trekzone.de/sfrs/board/images/fnn.png]
    Sternenflotte stellt neue Raumschiffklasse vor


    Erde, 12. März 2391, 68194, SK

    Nachdem vor wenigen Monaten zur Verwunderung vieler Beobachter das Sidewinder-Projekt ohne Angabe von Gründen eingestellt wurde, obwohl bereits zwei Prototypen fertiggestellt worden waren, überraschte das Pressebüro der Sternenflotte heute mit der Nachricht, dass sie noch dieses Jahr eine neue Schiffsklasse in Betrieb nehmen möchte, die auf dem gescheiterten Sidewinder-Projekt aufbaut.
    Der Pressesprecher stellte im Rahmen der Presseerklärung klar, dass das Sidewinder-Projekt nicht gescheitert sei, sondern einer Neubewertung unterzogen wurde. So sei festgestellt worden, dass der vorgesehene Einsatz als taktische Fregatte zur Ablösung der Saber-Klasse nicht notwendig sei, da letztere noch auf Jahre ohne Einschränkungen dazu in der Lage sein würde, ihre Aufgaben wahrzunehmen. Dennoch wäre das Sidewinder-Projekt samt ihrer beiden Prototype von großem Nutzen gewesen, um das neuartige Schiffskonzept zu erproben. Denn bereits vor einem Jahr habe man damit begonnen, parallel einen größeren, multimissionsfähigen Leichten Kreuzer mit dem Namen Tempest auf Basis der Sidewinder-Klasse zu entwickeln, der die Lücke füllen soll, die von der 2387 ausgemusterten Miranda-Klasse hinterlassen wurde.
    Die USS Tempest, Prototyp dieser neuen Schiffsklasse, würde in den kommenden Wochen in den aktiven Dienst gestellt, um zu einer verkürzten Testphase aufzubrechen. Diese würde aufgrund der bereits mit der Sidewinder gemachten Erfahrungen voraussichtlich nur wenige Monate andauern müssen, weitere Schiffe sollen bereits zum Ende des Jahres folgen.

    Nach der Mission vom 30.07.2012


    Notaufnahme - Little Eden Community Hospital

    Francine Keller betritt den Traumaraum, fragt völlig routiniert nach, was ansteht, wirft sich dabei in einer fließenden Bewegung den gelben Schutzkittel über und zieht sich ein Paar Handschuhe an, schließlich ist dies eine völlig alltägliche Situation für sie. Doch als sie beim Biobett ankommt und den völlig bleichen, nackten und leblosen Körper ihrer Frau sieht, wie sie gerade von einer Trage auf das Operationsbett verfrachtet und sofort von einem Krankenpfleger per Herzdruckmassage bearbeitet wird, bleibt ihr die Sprache weg. „Na-Nadine?“, stammelt sie fassungslos, betrachtet den zarten Körper ihrer Ehefrau, wie er völlig leblos vor ihr liegt, ihr Schädel auf merkwürdige Weise deformiert, als wäre ihr ein Stahlträger draufgefallen. „W-Was…?“


    Eine Pflegerin, die gerade den Vitalmonitor einschaltet, sieht etwas mitleidig zu Francine, beginnt dann aber zu erklären: „Sie hat ein schweres Schädeltrauma erlitten und wurde hier pulslos vom Personal der Sternenbasis eingeliefert. Was genau passiert ist konnte uns keiner sagen.“ Francine nickt nur leicht und sieht zum Vitalmonitor, wo sie nur eine glatte Linie samt vieler Nullen zu sehen bekommt. „R-Rufen sie Dr. Loya und… OP“ Sie kann einfach nicht mehr klar denken, nicht mehr geordnet reden, ihr steigen die Tränen in die Augen, noch nie hat sie sich so hilflos gefühlt. Die Pflegerin erwidert nur: „Bereits geschehen.“ Der Pfleger, der gerade mit der Wiederbelebung von Nadine beschäftigt ist, schreit nun Francine an: „Doktor, reißen sie sich zusammen!“


    Francine zieht die Nase hoch, blickt weiter verdattert auf das Bett. Sie muss das schaffen, sie ist die einzige Notärztin im Krankenhaus… Es geht hier um Nadine. „Also gut… Ich brauche einen Scan von Schädel und HWS. Notfallabor anfertigen und auf zerebrales Imaging vorbereiten.“ Sie packt sich mit zitternder Hand ihren Tricorder, als schon der Neurochirurg Dr. Loya mit zwei weiteren Chirurgen und dem Anästhesisten ankommt. Er sieht nur Nadine, schluckt und blickt dann zu Francine, kann ihr ansehen, wie aufgelöst sie ist… Noch nie hat er sie auf diese Art gesehen, sonst war sie immer die Stärke in Person, unerschütterlich und wusste immer was zu tun ist, hatte die absolute Kontrolle über sich selbst und die Situation. Doch von dieser Francine war in diesem Moment nichts übrig und das musste er ihr begreiflich machen. Er nimmt sie beiseite, während der Anästhesist damit beginnt, Nadines Reanimation anzuleiten. „I-Ich muss…“, stammelt Francine, doch wird sie von Loya aus dem Behandlungsraum gebracht. „Setz dich, Iffy, wir kümmern uns um sie. Du weißt, dass du sie nicht behandeln kannst.“ Francine schüttelt hastig den Kopf, sie kann nicht einfach nur rumsitzen, muss sich um ihre Frau kümmern. „Sie braucht mich… Ich muss zu ihr.“ Loya sieht seine aufgelöste Chefin fest an, versucht ihr auf diese Weise etwas Stärke zu vermitteln, selbst wenn er weiß, dass das sinnlos ist. „Francine, du bist jetzt nicht ihre Ärztin sondern ihre Ehefrau. Das einzige, was du nun tun kannst, ist für sie stark zu sein. Du kannst…“ Die Tür öffnet sich wieder und einer der Chirurgen sieht zu ihnen raus. „Wir brauchen sie hier drin, Dr. Loya.“


    „Sie ist schwanger…“, murmelt Francine, was Loya nun wieder erstaunt zu ihr blicken lässt. Er braucht einen Moment, bevor er darauf etwas sagen kann. „Verstehe… Wir retten sie, sie beide, Francine. Ich muss jetzt los. Bleib hier, bitte.“ Er geht nun zum restlichen Team in den Behandlungsraum, während Francine zur Tür stolpert und durch das Fenster beobachtet, was sie mit ihrer Frau anstellen. Sie hat diese Dinge schon tausend Mal gesehen und selbst durchgeführt, doch bei Nadine ist das alles völlig anders, bei ihr fühlt es sich an wie der schlimmste Horrorfilm. Sie bearbeiten ihr Herz mit dem Kardiostimulator, führen ihr einen Tubus in den Hals ein, weil sie nicht mehr selbst atmen kann, pumpen sie mit Medikamenten voll und öffnen ihr den Schädel, um das Blut abzusaugen. Eine halbe Ewigkeit scheint zu vergehen, bis Nadine mit dem Bett aus dem Notfallraum und in Richtung Aufzug geschoben wird. Ein Gerät wurde an ihrem Nacken befestigt, offenbar um den wohl geschädigten Hirnstamm zu stimulieren, der nicht mehr dazu in der Lage ist, ihre Herz und Lungenfunktionen aufrecht zu erhalten. Der Monitor zeigt wieder einen schwachen Rhythmus an, offenbar konnten sie ihr Herz wieder zum Schlagen bringen… Doch was ist mit dem Baby? Und dann sind sie auch schon verschwunden, haben den Aufzug betreten, während Francine völlig blass und verloren zurückbleibt… Dann zu Boden sackt und anfängt zu heulen, als wäre gerade ihre gesamte Welt um sie herum zusammengebrochen.

    Little Eden News

    Kurznachrichten

    30. Januar 2391


    Bildung


    ++++ Die seit Anfang des aktuellen Semesters laufenden Vorlesungen und Lehrveranstaltungen an der Universität von Tan Waksa, die von Dozenten des Daystrom Instituts von PX-312 gehalten werden, werden bereits nach wenigen Monaten von den beteiligten Parteien als großer Erfolg für die wissenschaftliche Kooperation der Grinori und der Föderation bezeichnet. So fördern sie die Diskussion und Auseinandersetzung der Studenten und Wissenschaftler mit den unterschiedlichen Forschungs- und Lehrmeinungen beider Völker. Man wolle dieses Potential nun weiter ausnutzen, indem Lehrveranstaltungen eingeführt werden, die sich gezielt mit dieser Thematik befassen. ++++


    Gesundheit


    ++++ Nachdem das zunächst skeptisch aufgenommene Projekt zur Öffnung der Notfallaufnahme des Little Eden Community Hospitals für die Bürger Tan Waksas eher schleppend angelaufen war, erfreut sich das Krankenhaus immer größerer Beliebtheit unter den ärmeren Bürgern der Grinori-Großstadt. So habe es sich mittlerweile schneller als gedacht rumgesprochen, dass das Föderationskrankenhaus tatsächlich sein Versprechen zu halten versucht: Kostenlose ambulante Versorgung für jede Person ohne eine Rechnung zu stellen. Für viele Einwohner der Großstadt stellt dies die einzige Möglichkeit dar, an eine menschenwürdige medizinische Versorgung zu gelangen. Was sich auch in der langsam immer weiter steigenden Patientenzahl der Notfallaufnahme zeigt. ++++


    Gesellschaft

    ++++ Illegale Kinderprostitution scheint in Tan Waksa alltäglicher zu sein, als es die Behörden der Grinori zuzugeben bereit sind. So wurde erst letzte Woche ein entsprechender Fall bekannt, bei dem eine minderjährige Zwangsprostituierte in der Notaufnahme des Little Eden Community Hospitals von den dortigen Ärzten behandelt wurde. Wie und aus welchem Grund das Mädchen in das Krankenhaus gebracht wurde, wurde nicht bekannt gegeben. Es heißt allerdings, dass das Mädchen mittlerweile den Behörden in Tan Waksa überstellt wurde und nun hoffentlich einer besseren Zukunft entgegen steuert. ++++

    Little Eden News


    Städtisches Krankenhaus plant
    Eröffnung der Notaufnahme für Tan Waksa


    Little Eden, 13.06.2390 (SZ 67447)
    Wie nun offiziell bestätigt wurde plant das Little Eden Community Hospital seine Notfallaufnahme in den kommenden Wochen für die Einwohner von Tan Waksa zu eröffnen. So würden laut Ärztlicher Direktorin und Chefärztin der Rettungsstelle, Dr. Francine Keller, die Kapazitäten der Einrichtung momentan nicht ausgereizt, da die meisten Patienten aus Little Eden wie vorgesehen die Familienklinik aufsuchen, weshalb die Notfallaufnahme bislang tatsächlich nur für schwere Notfälle herangezogen würde. Diese kämen allerdings nach den erstellten Statistiken seit Eröffnung des Krankenhauses Ende Februar diesen Jahres nur äußerst selten vor. Somit sei eine Erweiterung des Patientenkreises nur logisch, um die Leistungsfähigkeit der Einrichtung voll auszureizen zu können. Einen entsprechenden Vertrag plant das Krankenhaus in den kommenden Wochen mit dem Gesundheitsamt und Krankenhausverband von Tan Waksa zu unterzeichnen. Der Vertrag sieht dabei aus gesetzlichen Gründen vor, dass nur Patienten vom Krankenhauspersonal behandelt werden dürfen, die es über die Notfallaufnahme aufsuchen.


    Kritiker befürchten, dass die Kapazitäten des Krankenhauses nicht ausreichen würden, um die aufgrund der Neuregelung drohende Patientenflut zu bewältigen. So würde sie in erster Linie die unversicherten Bürger aus Tan Waksa anlocken, die von den Grinori-Krankenhäusern lediglich als finanzielle Belastung angesehen werden und eine kaum nennenswerte Minimalversorgung erhalten. „Das Krankenhaus ist momentan dafür ausgelegt, einen Personenkreis von bis zu 30.000 abzudecken. Die Neuregelung betrifft allerdings hunderttausende Unversicherte in Tan Waksa, die Anspruch auf eine Behandlung entsprechend der sehr hohen notfallmedizinischen Standards in der Föderation hätten. Das kann das Krankenhaus unmöglich leisten“, so einer der Gegner des Vorhabens. Zudem sei das Krankenhaus auch personaltechnisch nicht dazu in der Lage, dies umzusetzen, da es lediglich über eine ausgebildete Notfallärztin verfüge.


    Dr. Keller, die sich bereits durch ihre erfolgreichen Umstrukturierungen der Notfallaufnahme des Parkland Memorial Hospitals in Dallas, Erde, einen Namen gemacht hat, hält jedoch dagegen, dass sich das gesamte ärztliche Personal des Krankenhauses an dem Projekt beteiligen würde und man plane, Ausbildungsverträge mit mehreren großen medizinischen Hochschulen der Föderation abzuschließen, um mehr Notfallmediziner nach Little Eden zu locken. So biete das Krankenhaus den angehenden Fachärzten ein einmaliges Arbeitsumfeld in einer entlegenen Region weit außerhalb der Föderation an, wo sie lernen könnten, mit wenigen Ressourcen Großes zu bewerkstelligen, ohne dabei auf den Luxus verzichten zu müssen, den ihnen eine Föderationsstadt bietet. Zudem sei nicht damit zu rechnen, dass so viele Grinori von dem Angebot Gebrauch machen würden, wie die Kritiker prophezeien: "Wenn es um die medizinische Versorgung geht, ist man meistens nicht sehr aufgeschlossen gegenüber fremden Systemen. Wir gehen davon aus, dass uns aus diesem Grund vorerst nur sehr wenige Grinori aufsuchen werden. Ganz davon abgesehen, dass das Versprechen einer kostenlosen Maximalversorgung von einer Person, die bislang nur ein finanzgetriebenes Gesundheitssystem kannte, äußerst skeptisch gesehen werden dürfte. Wir hoffen einfach, dass wir mit der Zeit oft genug weiterempfohlen werden, sodass wir irgendwann eine echte Alternative für die Grinori aus Tan Waksa darstellen werden."

    „Nun, die Tholianer haben sich über die vergangenen Jahrhunderte sehr bedeckt gehalten“, erwiderte Nadine, während sie den Korridor in Richtung Maschinenraum entlang schritt. „Wir haben natürlich unsere Erfahrungen mit ihnen sammeln können, doch du kannst dir sicher vorstellen, wie schwer es für den Geheimdienst sein muss, Informationen von den Tholianern zu erhalten. Agenten können wir aufgrund ihres vollkommen anderen Körperbaus und der feindlichen Lebensbedingungen nicht einschleusen. Sie sind äußerst xenophobisch und der Föderation gegenüber mehr als feindselig gegenüber gestimmt, weshalb wir keine Sympathisanten auf ihrer Seite finden werden.“


    Sie bückte sich unter einen quer von der Decke herabhängenden Träger hindurch und marschierte weiter. „Daher bleibt es schlichtweg bei unseren doch recht mageren Erfahrungen mit den Tholianern. Die sind aber eindeutig: Die Tholianer sind äußerst aggressiv und territorial eingestellt. Sie werden entsprechend ihre Grenzansprüche und Interessen mit aller Gewalt durchzusetzen versuchen. Sie entfernen sich allerdings nur ungern allzu weit von ihrer Heimatwelt, daran haben sie schlichtweg kein Interesse. Daher werden wir nicht damit rechnen müssen, dass sie eine großangelegte Invasion dieser Region starten werden. Wenn sie fremde System im Umkreis der Versammlung annektieren, dann nur aus einem bestimmten Grund: Meist um ihre Isolation zu wahren, im Falle von Xi-Vega II wird es aber wohl eher um die iconianischen Ruinen gegangen sein. Die Möglichkeit, sie zu studieren eröffnet ungeahntes Weiterentwicklungspotential. Und das wissen sie auch.“


    An der nächsten Kreuzung bog Nadine nach rechts ab und stieg über ein paar Trümmerstücke hinweg. „Die Tholianer vermeiden es, Bodenoffensiven zu starten, weil sie auf Klasse-M ähnlichen Planeten klar im Nachteil sind. Daher sind Orbitalbombardements ihr Mittel der Wahl. Im Weltraum dagegen neigen sie dazu, ihre Gegner einzukesseln, mit ihrem Sperrnetz zu umschließen und dann von außen zu vernichten. Ein ziemlich lästiges Teil dieses Sperrnetz: Man braucht die genaue Frequenz der Energiestrahlen, um hindurchschießen zu können. Und die Tholianer neigen nicht dazu, einem genug Zeit zu lassen, diese Frequenz herauszufinden.“


    Über die Trümmerteile hinweggestiegen setze sie ihren Weg wieder fort. „Betrachtet man ihre politische Agenda der letzten Jahrzehnte, zeigt sich auch ein mehr oder minder klares Bild ihrer Vorgehensweise. Sie halten sich wenn möglich zurück und lassen ihre Kontrahenten es ausfechten. Während des Dominionkrieges haben sie zahlreiche Bündnisangebote beider Seiten abgeschlagen, sie wollten um jeden Preis neutral bleiben. Schließlich war ihr Territorium nicht bedroht und sie haben kein Interesse, allzu weit zu expandieren.


    Die einzige Nation, deren Verfassung wirklich einen Einfluss auf die Tholianer zu haben scheint, sind die Klingonen. Du erinnerst dich an den klingonischen Bürgerkrieg von 67? Damals ging man davon aus, dass die Tholianer sich eingemischt hätten, sofern er eskaliert wäre, weil sie befürchten mussten, dass die Klingonen eine Invasion ihres Gebietes starten würden, sofern Duras die Macht übernommen hätte.


    79 wiederum nutzten die Tholianer eine Chance aus, ein Bündnis mit den Salpicanern einzugehen, um zu verhindern, dass die Föderation und Klingonen einen Außenposten im scalpicanischen System und damit an der Grenze zur Versammlung errichten konnten. Und als sich die Lage zwischen uns, den Klingonen und den Romulanern weiter zuspitzte, sahen sie ihre Interessen derart gefährdet, dass sie einen Angriff auf die Klingonen wagten. Das war wohl die einzige wirklich großangelegte offensive Aktion, die uns von den Tholianern seit dem Konflikt zwischen ihnen und der Föderation in den 50er Jahren bekannt ist. Glücklicherweise ist er fehlgeschlagen, auch wenn man wohl davon ausgehen kann, dass es ihnen nicht um die Annektierung klingonischem Territoriums ging, als vielmehr um die Destabilisierung ihres Militärs, um einen Angriff durch die Klingonen präventiv abzuwehren. Was ihnen bekannterweise gelungen ist.“


    Nadine überblickte erneut die Karte und orientierte sich etwas um. „Dort entlang“, sagte sie und deutete in einen nach links führenden Korridor, dem sie nun folgte. „Seitdem haben sich die Tholianer wieder bedeckt gehalten, bis sie nach der Zerstörung von Romulus vor der Wahl standen, sich entweder den Klingonen anzuschließen oder sich der Gefahr auszusetzen, ins Kreuzfeuer zwischen dem Reich, dem Imperium und der Föderation zu geraten. Wofür sie sich entschieden haben ist dir ja bekannt, denn aus ihrer Sicht war das die einzige Option, die ihnen blieb, um ihr Territorium zu schützen. In ihren Augen ist die Föderation schließlich noch schlimmer als das Reich.“


    Sie blieb stehen und blickte zu ihm. „Wenn du allerdings die aktuellsten Informationen von mir erwartest, kann ich dir damit leider nicht dienen, da ich mich nicht gerade im großen Stil mit den strategischen Planungen der Flotte auseinandergesetzt habe, seitdem ich zur R&D-Abteilung gewechselt bin. Ich habe die Ereignisse seit damals natürlich verfolgt und meine Kontakte im Flottenkommando genutzt, um ein paar Infos zu bekommen, die nicht unbedingt jedem zugänglich sind. Meine Sicherheitsfreigabe ist recht hoch, da ich an einigen geheimen Projekten der Sternenflotte beteiligt bin. Aber ich fürchte, dass du für die brandaktuellen Infos eher Commodore T’Lara oder Marie fragen musst. Mir gingen in den letzten Wochen nämlich ganz andere Dinge als die Tholianer durch den Kopf.“


    Sie setzte ihren Weg wieder fort. „Allerdings gehe ich davon aus, dass sie dir nicht viel mehr über die Tholianer erzählen können, als ich es gerade getan habe. Außer vielleicht Berichte über ihre Flottenaktivitäten, die mich – um ehrlich zu sein – momentan nicht groß interessieren.“

    [Nur für dich: Extra mit Natzes Account geschrieben :D]

    Nadine lächelte schwach und blickte in die Richtung, in die Erricson deutete. Sie wechselte zunächst auf einen Kanal, auf dem sie mit ihrem Begleiter ungestört reden konnte und führte einen Scan der Umgebung durch, um eine Karte der sie umgebenden Korridore zu erfassen. „Alles klar, über diesen Weg scheinen wir tatsächlich zum Maschinenraum zu kommen. Dann mal los.“


    Sie setzte sich in Bewegung und leuchtete mit der Taschenlampe in den Korridor hinein, um zusätzlich zu ihrer Helmlampe noch einen größeren Bereich ausleuchten zu können. „Aber Bastian: Wenn wir schon dabei sind, man nutzt immer den höheren Titel. Das wäre Professor, nicht Doktor. Wir wollen’s ja richtig machen.“ Sie grinste ihn leicht amüsiert an, räusperte sich dann und blickte auf die Anzeigen ihres Helmdisplays, um nicht den Weg aus den Augen zu verlieren. „Konntest du etwas über diese Schriftzeichen in Erfahrung bringen? Wäre gut, neben der metallurgischen Untersuchung der Proben noch andere Hinweise darauf zu haben, ob es sich hierbei wirklich um ein tholianisches Schiff handelt.“

    Nadine Keller, die sich dem Außenteam angeschlossen hatte, blickte sich an dem Ort um, an dem sie gerade erst materialisiert waren. Sie hatte sogleich die Lampe und den Scanner ihres Anzuges aktiviert, ignorierte die Anzeigen ihres Helms aber vorerst. Es war eine merkwürdige Umgebung, in der sie sich befanden: Ein Zeugnis einer längst vergangenen Katastrophe. Bislang war sie nur einmal auf einem tholianischen Schiff gewesen, dieses hatte sich allerdings in einem weitaus besseren Zustand befunden und zu einer aktuellen Baureihe gehört. Doch das Schiff, auf dem sie sich nun befanden, hatte kaum mehr eine Ähnlichkeit dazu, selbst wenn die Untersuchungen der geborgenen Proben die Herkunft bestätigt hatten.


    „Commander“, machte sie über den Kommunikationskanal, der zwischen den Anzügen bestand, auf sich aufmerksam, als Szmanda den Befehl erteilte, nach der Brücke zu suchen. „Ich würde vorschlagen, dass wir uns stattdessen zum Maschinenraum begeben. Die Brücke mag zwar die Kontrollzentrale eines funktionsfähigen Schiffes sein, doch ist sie praktisch nutzlos, wenn das Schiff derartige Schäden erlitten hat. Im Maschinenraum können wir direkten Zugriff auf die Schiffssysteme nehmen und müssen nicht darauf vertrauen, dass die Computerverbindungen zur Brücke noch intakt genug für einen Fernzugriff sind. Was ich ehrlich gesagt für sehr unwahrscheinlich halte in Anbetracht dieser Schäden und der Tatsache, dass die Energiereserven des Schiffes erschöpft sein dürften.“


    Nach einer kurzen Pause fügte sie aber noch entgegenkommend an: „Wenn sie allerdings einen Abstecher zur Brücke machen möchten, spricht natürlich nichts dagegen, dass wir uns aufteilen. Eventuell findet man dort ja irgendwelche Aufzeichnungen auf mobilen Gerätschaften, die keine Verbindung zum Schiffscomputer benötigen.“

    Little Eden News


    Daystrom Institut eröffnet neue Abteilung

    Abteilung für Subraum- und Warpphysik feierlich eingeweiht


    Little Eden, 02.05.2390 (SZ 67332)
    Nach über einem Jahr der Planung und des Aufbaus wurde am gestrigen Vormittag im Rahmen einer zweistündigen Veranstaltung die neue subraum- und warpphysikalische Abteilung des Daystrom Instituts von PX-312 feierlich eröffnet. Zahlreiche Offizielle aus Little Eden und Tan Waksa, darunter Bürgermeister Edwin Taylor, wohnten der Zeremonie im großen Vorlesungssaal des Instituts bei, wo sie und die zahlreichen Besucher vom Institutsdirektor, Professor Andrew Young, sowie der kommissarischen Leiterin der Abteilung, Professor Nadine Sophie Keller, begrüßt wurden.


    Während ihrer Ansprachen erklärten die beiden Professoren, dass die neue Abteilung als Plattform der Kooperation zwischen dem Eden-Dreibund und der Föderation dienen solle. Zu diesem Zweck unterzeichnete das Institut am Abend einen weitreichenden Kooperationsvertrag mit der Universität von Tan Waksa, der nicht nur den Weg zu gemeinsamen Forschungsprojekten eröffnen soll, sondern auch zu gemeinsamen Lehrveranstaltungen, die voraussichtlich in den kommenden drei Monaten beginnen werden. Auf diese Weise würden beide Parteien vom gegenseitigen Wissen auf den Gebieten der Subraum- und Warpphysik profitieren können. Ähnliche Verträge existieren bereits seit über einem halben Jahr in den Bereichen iconianische Technologie und Nanotechnologie sowie Meereskunde und Meeresbiologie.


    Um den Besuchern zudem einen Einblick in die Arbeit der neuen Abteilung zu gewähren, schloss sich an die Eröffnungsveranstaltung ein Tag der offenen Tür an, in dessen Rahmen sich die Besucher durch das neu errichtete Gebäude führen lassen und zahlreichen Experimenten beiwohnen konnten. Am Abend folgte dann noch für mehrere geladene Gäste ein abschließendes Bankett in der Stadthalle von Little Eden.


    Bürgermeister Edwin Taylor verlautbarte auf Nachfrage seine Freude über die Eröffnung der Abteilung. „Wie man bereits am Beispiel der anderen Einrichtungen sehen kann, die das Institut bislang in der Stadt eröffnet hat, werden nicht nur zahlreiche neue Arbeitsplätze geschaffen, sondern auch Little Eden als Standort für den kulturellen Austausch und die gemeinsame Forschung bestärkt.“