Missionsleben I - Der Weg, der vor uns liegt

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  • Lexa Jarot

    Hat das Label Bordleben hinzugefügt.
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    Utopia Planitia Raumwerft, U.S.S. Esquiline, Bereitschaftsraum des Ersten Offiziers – Gegenwart


    Shino saß am Schreibtisch ihres neuen Bereitschaftsraums, vor sich hatte sie einen fein säuberlich sortierten Stapel PADDS liegen, eine Tasse dampfender Oolong-Tee, der bisher unberührt blieb, stand direkt daneben. Konzentriert las Shino den aktuellen Statusbericht des Schiffes, um ihrer zukünftigen Kommandantin ein möglichst exaktes Lagebild zu geben, sobald sie hier eintraf.

    Die Japanerin griff nach ihrer Tasse, seufzte leise und schüttelte leicht den Kopf, während sie einen Schluck nahm. Das Schiff befand sich in einem wesentlich schlechteren Zustand, als sie erwartet hatte. Gewiss, die Esquiline war schon vor Jahren außer Dienst gestellt worden und wäre die Bedrohungslage durch die Breen und die Cardassianer nicht so ernst gewesen, wäre sie mit Sicherheit bald abgewrackt worden.

    Doch stattdessen entschied sich das Oberkommando dafür, dem Schiff der Luna Klasse einen Refit zu verpassen und wieder in den Dienst zu stellen. Das dieser Prozess nicht von langer Hand geplant gewesen war, sondern spontan entschieden wurde, schlug sich nun in den bemitleidenswerten Zahlen nieder.

    "Da wird noch viel Arbeit auf mich warten, sehr viel Arbeit." murmelte die zierliche Asiatin vor sich hin. Sie stellte die Tasse ab, rieb sich kurz die Stirn und entschied, dass sie auf andere Gedanken kommen musste. Sie legte das PADD vor sich ab, drehte sich zum großen Panoramafenster und blickte direkt auf die Werft, wo unzählige Workbees emsig damit beschäftigt waren an den anderen Schiffen Reparaturen und Wartungsarbeiten durchzuführen. Shinos Gedanken schweiften ab und führten sie an einen Zeitpunkt, an dem sie noch nicht wusste, was sie hier und heute erwarten würde.


    Japan, Hiroshima, drei Wochen zuvor.


    Harumi Taniguchis „Cafe Liebe“ befand sich direkt gegenüber des Friedensparks, der in all den vergangenen Jahrhunderten in seiner ursprünglichen Form bewahrt blieb, selbst die Atombombenkuppel, einst ein Mahnmal dafür, zu welch ungeheuren Grausamkeiten die Menschheit fähig war, stand da, als hätte ihr die Zeit nichts anhaben können. Es war ein warmer Sommertag und im Cafe herrschte um diese Zeit nur wenig Betrieb. Nachdem Harumi das letzte Glas abgetrocknet und abgestellt hatte, ging sie mit einem Tablett und vier Gläsern Yuzu-Linmonade an den Tisch, an dem ihre Freundinnen bereits auf sie warteten. Himeko war wie immer bester Laune und Matsuri tat wie immer etwas gelangweilt, nur Shino schien heute irgendwie abwesend zu sein.

    „He, Shiporin, was ist los? Ich dachte du genießt deinen Urlaub.“ Fragte Harumi, während sie jedem ein Glas hin stellte. Shino sah zu ihrer Freundin auf und lächelte, während sie eine wegwischende Handbewegung machte.

    „Ach, nichts weiter. Mir ging gerade nur durch den Kopf, was ich noch alles zu erledigen habe, bevor mein Urlaub zu Ende ist.“ Erwiderte sie und nahm dankend das Glas Limo entgegen.

    „Ach Shino, es ist immer das gleiche mit dir, du denkst immer nur an deine Arbeit.“ Entgegnete Himeko und machte dabei ein verdrießliches Gesicht. „Entspann dich mal, wer weiß, wann wir mal wieder Zeit haben gemeinsam abzuhängen.“

    Shino lächelte beschwichtigend und nahm ebenfalls einen Schluck. „Hime-chan, ich bin doch noch nicht weg. Ich denke…“

    „Du hast es ihnen noch nicht gesagt, oder?“

    Alle blickten auf einmal zu Matsuri, die sich schon die ganze Zeit verdächtig still verhalten hatte. Dann richteten sich alle Blicke auf Shino, die betroffen den Kopf senkte.

    „Typisch für dich. Selbst mir hast du erst davon erzählt, als ich dir lange genug auf die Eierstöcke gegangen bin.“ Schnaubte Matsuri sichtlich verärgert. Harumi und Himeko sahen verwirrt zwischen den beiden hin und her.

    „Was meinst du damit, was hat Shiporin uns nicht erzählt?“ fragte Harumi besorgt nach, während Shino weiter schweigend auf den Tisch vor sich starrte.

    „Na was wohl. Shino haut wieder ab. Morgen schon.“

    Die Köpfe der anderen beiden Frauen wirbelten gleichzeitig zu Shino herum.

    „WAS? IST DAS DEIN ERNST?“ bellte Himeko und von ihrer guten Laune war schlagartig nichts mehr übrig. „UND WANN HAST DU VORGEHABT UNS DAS ZU ERZÄHLEN? ICH DACHTE…“

    „Beruhig dich, Himeko.“ Ermahnte Harumi ihre Freundin und legte ihr eine Hand auf die Schulter.

    „Musst du uns wirklich schon wieder verlassen?“ fragte sie vorsichtig nach. Shino bestätigte Harumis Frage mit einem zögerlichen Nicken.

    „Es ist so, wie Matsuri gesagt hat. Mein Urlaub wurde gestrichen, ich muss mich morgen auf meiner neuen Einheit melden.“ Antwortete sie und sah ihre Freundinnen der Reihe nach entschuldigend an.

    „Aber musst du denn wirklich schon so früh los? Ich meine, du wirst doch nicht so einen wichtigen Posten haben, dass du unentbehrlich bist.“ Hakte Himeko nach, doch Shinos Blick verriet ihr, dass sie mit dieser Annahme gründlich daneben lag. „Oder etwa doch?“

    „Nun sag es ihnen doch schon.“ Schaltete sich Matsuri ein und sah ihre Sandkastenfreundin eindringlich an.

    Shino seufzte laut und nickte. „Die Sternenflotte stellt einige Schiffe wieder in Dienst. Das Oberkommando hat den Bericht über den Zwischenfall bei Neu-Thalon bekommen und offenbar war man dort der Meinung, dass ich geeignet sei auf einem der Schiffe den Posten des Ersten Offiziers zu übernehmen.“ Sie straffte sich etwas und setzte sich aufrecht hin, während Harumi und Himeko sie mit halboffenen Mund anstarrten.

    „Echt jetzt? Ohne Scheiß? Als Erster Offizier?“ fragte Himeko ungläubig nach.

    „Aber Shiporin, das ist doch großartig! Hast du nicht genau davon geträumt? Freust du dich denn gar nicht?“ hakte nun auch Harumi ein.

    „Doch, natürlich freue ich mich und es ist auch eine große Ehre für mich.“ Erwiderte Shino, doch ihr Gesichtsausdruck schien ihre Worte Lügen zu strafen.

    „Aber was bedrückt dich denn dann?“ fragte Harumi, die das merkwürdige Verhalten ihrer Freundin nicht so richtig zu deuten wusste.

    „Es ist wegen Mei.“ Warf Matsuri ein und handelte sich damit einen bösen Blick von Shino ein, der jedoch sofort wieder verschwand und dem ein unüberhörbarer Seufzer folgte.

    „Matsuri hat Recht. Ich habe Mei versprochen, ihren freien Nachmittag mit ihr zu verbringen. Wir wollten nach Fuji und den Onsen dort besuchen. Jetzt muss ich ihr sagen, dass das nicht klappen wird und ich weiß nicht, wie ich es ihr schonend beibringen soll.“ Shino war deutlich anzusehen, dass sie das sehr belastete.

    „Du versetzt mich immer wieder in Staunen, Shino.“ Entgegnete Matsuri mit einem etwas gehässigen Tonfall. „Du hast kein Problem damit, ein Schiff ins Gefecht zu führen, bist ohne mit der Wimper zu zucken bereit dein eigenes Leben und das deiner Mannschaft aufs Spiel zu setzen, aber sobald es um Mei geht, weißt du nicht mehr, was du tun sollst.“

    „MATSURI! DAS REICHT!“ diesmal war es Harumi, die aus der Haut fuhr, doch zu ihrer eigenen Überraschung sah sie, wie Shino beschwichtigend eine Hand hob und sie mit ausdrucksloser Miene ansah.

    „Matsuri hat vollkommen Recht. Mei ist mein größter Schwachpunkt. Wenn ich es nicht schaffe, ihr klar zu machen, warum ich mein Versprechen nicht halten kann, wie soll ich es dann schaffen ein Schiff mit einer mehrere hundert Mann starken Besatzung zu führen? Ich darf mir keine Schwächen erlauben, von den Entscheidungen, die ich zukünftig treffen werde, hängt einfach zuviel ab.“

    Harumi setzte sich und sah Shino nachdenklich an. Es war ihr bis heute ein Rätsel, wie ihre Freundin es immer wieder schaffte selbst Situationen, die ihr persönlich sehr nahe gingen, so nüchtern zu analysieren. Sie sah rüber zu Matsuri, die ebenfalls keine Miene verzog, und anschließend zu Himeko, die nicht so recht zu wissen schien, was sie von der ganzen Geschichte halten sollte. Ein unangenehmes Schweigen machte sich breit, das plötzlich dadurch unterbrochen wurde, als Matsuri mit der flachen Hand auf den Tisch schlug und Himeko mit der anderen Hand einen leichten Schubser versetzte.

    „He, was macht ihr denn jetzt alle für ein Gesicht wie sieben Tage Regenwetter? Unsere liebe Shino wird Erster Offizier, das ist doch ein Grund zum Feiern! Harumi, du hast doch noch bestimmt was von dem Sake, von dem du mir neulich die Ohren vollgeschwärmt hast. Wie wäre es denn, wenn du ein paar Flaschen davon an die Sonne holst?“

    Harumi bedachte Matsuri zunächst mit einem durchdringenden Blick, dann grinste sie jedoch breit und nickte zustimmend.

    „Ok, überredet! Ich schließ nur eben ab. Heute feiern wir Shinos Beförderung! Und wie wir feiern werden, darauf kannst du Gift nehmen, Shiporin!“

    Harumi sprang auf, eilte zunächst zur Tür und schloss ab und kam dann wenige Augenblicke später mit drei Flaschen Sake und vier Trinkgefäßen zurück. Sie schenkte jede der Frauen ein und erhob dann ihren Becher.

    „Auf unsere Shiporin! Das du uns ja gesund wieder nach Hause kommst! KAMPAI!“

    Die anderen wiederholten den Trinkspruch und zum ersten Mal an diesem Tag sah Shino wieder glücklich und zufrieden aus.

    Es blieb nicht bei den drei Flaschen und auf dem Heimweg hatte Shino alle Mühe sich auf den Beinen zu halten. Matsuri ging es nicht viel besser und mehr als einmal stießen die beiden zusammen, fielen der Länge nach hin und lachten sich darüber auch noch kaputt.

    Als Shino endlich zu Hause ankam und sich von Matsuri verabschieden wollte, umklammerte diese sie plötzlich und fing an zu Schluchzen.

    „Versprich mir, dass du wieder zurück kommst hörst du?“ lallte Matsuri, doch Shino war klar, dass ihre Freundin es vollkommen ernst meinte. Sie erwiderte die Umarmung und strich Matsuri durch ihr Haar.

    „Ich komme wieder zurück, versprochen.“ Sagte sie sanft zu ihr und nahm sich vor, dieses Versprechen zu halten. „Pass bitte gut auf Mei auf, solange ich nicht da bin. Verstanden?“

    Matsuri blickte zu Shino auf und zwinkerte ihr etwas verschwörerisch zu.

    „Habs kapiert. Ich passe solange auf Mei auf und erzähl dir dann, wie schön es im Onsen war.“

    Die beiden lachten noch einmal herzlich, dann trennten sich ihre Wege vorerst.


    Gegenwart


    Shino blinzelte kurz, als sie wieder ins hier und jetzt zurückkehrte. Sie rieb sich über die Schläfen und vertrieb so den letzten Gedanken an jenen Abend. Mei war natürlich enttäuscht gewesen, aber sie verstand auch, warum Shino ihr Versprechen nicht halten konnte. Das war jetzt drei Wochen her. Drei Wochen, in denen Shino alle Hände voll zu tun hatte und sich fragte, wann ihre Kommandantin gedachte endlich mal hier einzutrudeln. Ihr Name war Lexa Jarot, Fleetcaptain und bei weitem keine Unbekannte in der Sternenflotte. Sie war eine erfahrene Kommandantin, soviel wusste Shino und offenbar war die Japanerin auf persönlichen Wunsch der Ex-Botschafterin auf dieses Schiff versetzt worden. Doch bei ihrem Dienstantritt war von der Betazoidin nichts zu sehen. Shino erhielt ihre Kommandocodes und die scheinbar schlichte Aufgabe, das Schiff bis zur Ankunft ihres kommandierenden Offiziers in einen operationsfähigen Zustand zu versetzen. Das diese Aufgabe schwieriger sein würde als Anfangs gedacht überraschte Shino nicht im geringsten. Sie hatte sich jedoch erhofft bis zum heutigen Tag wesentlich weiter zu sein.

    Shino nahm das PADD wieder auf und ging noch einmal den Bericht des leitenden Ingenieurs durch. Allem Anschein nach kamen die Replikatoren mit der Produktion von Ersatzteilen nicht nach, was zum Teil daran lag, dass diese zum größten Teil selber völlig veraltet waren und erst ersetzt oder umständlich überholt werden mussten, bis sie mit der notwendigen Software ausgestattet werden konnten, um die dringend benötigten Teile zu reproduzieren.

    Doch immerhin lag man mit der Überholung des Schiffes noch im Zeitplan, wenn es keine weiteren Komplikationen geben würde sollte das Schiff zumindest soweit einsatzbereit sein, dass die geplanten Probeflüge, Waffen- und Systemtests durchgeführt werden konnten.

    Das Klingeln ihres Türsummers ließ die Japanerin von ihrem PADD aufblicken.

    „Herein.“ Sagte sie und wartete, bis der diensthabende OPS-Offizier der Schicht eingetreten war.

    „Ma’am, Sie wollten benachrichtigt werden, wenn das Shuttle von Captain Jarot eintrifft. Sie wird in fünf Minuten hier sein.“

    Shino nickte dem Mann knapp zu. „Danke, ich mache mich auf den Weg zum Shuttlehangar. Erteilen Sie dem Shuttle Landeerlaubnis und teilen Sie der Kommandantin mit, dass ich sie bereits erwarte. Die Sicherheit soll ihr obligatorisches Personal bereitstellen. Das wäre dann alles.“

    „Aye, Ma’am.“ Der Offizier verließ Shinos Bereitschaftsraum und ehe sie sich selbst auf den Weg machte lehnte sie sich einen Moment zurück und dachte nach. Sie hatte schon viel von Lexa gehört, begegnet war sie ihr jedoch noch nie. Warum war die Betazoidin so erpicht darauf gewesen, dass Shino den Posten des Ersten Offiziers übernahm?

    „Nun, das werde ich wohl noch früh genug herausfinden.“ Murmelte sie vor sich hin, ehe sie aufstand und den Weg zum Shuttlehangar einschlug. Als sie dort ankam warteten bereits zwei Sicherheitsoffiziere auf sie. Shino wies die beiden an, sich dezent im Hintergrund zu halten, so wie es das Protokoll vorschrieb, und wartete nun auf die langersehnte Ankunft ihrer zukünftigen Kommandantin.


    Farbliche Legende:

    Matsuri Mizusawa

    Himeko Momokino

    Harumi Taniguchi


    Lexa Jarot

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    USS Archer NCC-44278-A – VIP-Quartier


    Es herrschte inzwischen Chaos und eigentlich wollte Lexa bis auf die Politik nichts mehr mit der Sternenflotte zu tun haben, aber wie es so zu Kriegszeiten war, konnte an sich das alles nicht mehr aussuchen, ganz besonders wenn sie an das Gespräch mit den Fleet Admiral zurückgedacht hatte. Nicht nur dass er sie zurück in den aktiven Dienst holte, nein er brauchte sie zurück an die Front, dort wo sie am besten gewesen war. Auf der Brücke und so ging es auch schon recht schnell, dass sie das Kommando über die USS Esquiline bekam. Jenes Schiff, was vor Jahren Admiral Kaaran kommandiert hatte, wobei es durch die Umrüstung ein völlig anderes Schiff sein sollte.

    Nun hatte Lexa sich bereits mit einigen Akten vertraut gemacht und Captain Walker, Kommandantin der USS Archer und eine sehr gute Freundin von ihr, brachte sie in der Nähe des Planeten Pluto, wo sie von dort von dem Shuttle Juventas, ein Klasse 9 Shuttle von der USS Esquiline abgeholt werden sollte. Noch hatte sie etwa 90 Minuten Zeit, bis sie endlich von einen ihrer Piloten abgeholt werden sollte. ~~~Vor fünf Jahren dachte ich, ich hätte meinen Beitrag für die Sternenflotte gezahlt, was wohl ein Irrtum gewesen war.~~~, dachte sie und schüttelte nur leicht den Kopf, wenn sie bedachte, was sie in den letzten fünf Jahren alles getan hatte. Erst folgte die Zeit auf Sherman’s Planet, ehe sie nach Betazed zurückkehrte. Vor einigen Monaten kam dann das diplomatische Corps, nur um dann doch wieder ganz für die Flotte eingezogen zu werden. „Immerhin schaffte ich es noch zu helfen den Vertrag mit den Romulanern in trockenen Tüchern zu bekommen, wie die Menschen ja so gern sagen“, murmelte sie und schloss dann schließlich die Akte. Sie wollte noch wenigstens ein Logbucheintrag machen und laut ihrem Chronometer sollte sie es schaffen, bevor das Shuttle eintreffen würde.



    Shuttle Juventus – 25 Minuten vor der Ankunft mit der USS Esquiline


    Christina McNally war steuerte das kleine Schiff, während die neue Kommandantin am Replikator stand, um sich einen doppelten Espresso zu besorgen. In der anderen Hand brachte sie einen Becher Tee und reichte diesen schließlich. „Ich habe gesehen, dass sie eine weile auf der Blind Gardian dienten du sie zu den Offizieren gehörten, die es noch rechtzeitig runter schafften, ehe es zu der Katastrophe kam, wo einige gute Offiziere das Leben verloren hatten, Lieutenant“, sagte Lexa und führte das Gespräch weiter. Sie hatte ja schon erfahren, dass einige ehemalige Offiziere sich freiwillig wieder auf die USS Esquiline versetzen ließen. Eine davon war eben Christina gewesen. „Ja Ma’am. Wobei auch einige von uns eingezogen wurden. Durch den Krieg wurde die Esquiline auch früher aus der Werft entlassen. Ich hoffe das wir nicht zu viele Fehler ausbügeln müssen“, antwortete sie und auch hier konnte man erkennen, dass die Pilotin schon einige Erfahrungen auch da sammeln konnte. „Damit ist leider zu rechnen. Aber glauben sie mir, es gibt weitaus schlimmeres als ein verstellter Antrieb, wobei ich aber hoffe, dass wenigstens die Zielerfassung optimal funktioniert“, begann sie und trank einen Schluck. „Sobald wie angekommen sind, bereiten sie dann schon alles vor für den Testflug. Nach dem kurzen Briefing werden wir uns umgehend auf den Weg machen“, schob sie noch nach und sah wieder aus dem Fenster, wo sie nun zum ersten Mal ihr Schiff sehen konnte. Erneut nickte die Pilotin, während sie das kleine Schiff nun näher an die Luna heranbrachte.



    USS Esquiline NCC-83716 – Hangar à Turbolift


    Nachdem Christina das Shuttle sanft landete und die Türen öffnete betrat die Kommandantin das Schiff und nickte leicht den Sicherheitsoffizieren zu, ehe ihr Blick nun zu der Ersten Offizierin ging. „Erlaubnis am Bord zu kommen?“, fragte sie, so wie es das Protokoll verlangte, wenn man zum ersten Mal ein Schiff betrat. Aus den Augenwinkeln sah sie nur, wie die Pilotin einen der Sicherheitsoffiziere ein Zeichen gab, um das Gepäck der Kommandantin in das Quartier bringen zu lassen.


    Als Lexa kurz darauf eine Antwort erhielt, achte sie sich mit Shino auf den Weg und verließ den Hangar „Ich würde sagen sie begleiten mich in mein Bereitschaftsraum und dann können wir über alles reden, wie ihr Briefing, während ich sie über unsere neuen Befehle auf den aktuellen Stand setzen kann, Lieutenant“, sagte sie Betazoidin ruhig und sachlich, wobei man bei ihr auch den militärischen Unterton heraushören konnte. Das hatte sie also in den letzten Jahren nicht abgelegt, wie man erkennen konnte.


    Als die beiden Offiziere schließlich den Turbolift betraten, gab Lexa nur das gewünschte Deck an. Als dieser sich in Bewegung setzte sah sie wieder zu der jungen Offizierin. „Das kam sicher für sie alles überraschend. Wenn sie dazu Fragen haben, können sie sie gerne stellen, Lieutenant Kuribayashi. Noch haben wir die Zeit, was sich sehr schnell ändern wird“, meinte sie und fühlte, wie der Lift stoppte und sich die Türen öffneten. „Nach ihnen, Lieutenant“, meinte sie und machte eine Geste, um der Japanerin zu zeigen, dass sie ihr folgen würde.


    Shino Kuribayashi



    Farbliche Legende


    • Christina
    • Lexa
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    Es dauerte nicht lange bis das Shuttle mit der Kommandantin auf der Esquiline eintraf. Nachdem es gelandet war und sich das Shuttle-Schott öffnete, zog Shino noch einmal ihre Uniform glatt und kam Lexa ein paar Schritte entgegen.

    „Erlaubnis erteilt.“ Antwortete Shino auf Lexas Frage und lächelte freundlich. Damit war der protokollarische Teil abgewickelt. Shino verbeugte sich tief, so wie es in ihrem Land Sitte war und stellte sich anschließend vor.

    „Willkommen an Bord. Ich bin Lieutenant Kuribayashi, Ihr Erster Offizier.“

    Die Frage, ob Lexa erst ihr Quartier aufsuchen und sich frisch machen wollte erübrigte sich, da die Kommandantin schon von sich aus vorschlug zuerst ihren Bereitschaftsraum aufzusuchen und das Briefing dort abzuhalten. Das war der Japanerin nur Recht, je eher sie über ihren kommenden Auftrag bescheid wusste, desto gezielter und energischer konnte sie die Beseitigung der restlichen Mängel vorantreiben. Shino konnte aus Lexas Stimmlage auch deutlich den militärischen Unterton heraushören, wenn das auch ihrem Führungsstil entsprach, würde die Japanerin keine Probleme damit haben. Ganz im Gegenteil, es würde den zwischenmenschlichen Kontakt auf das Nötigste beschränken und gerade jetzt ein der Eingewöhnungsphase würde das Shino sicherlich zugute kommen.

    „Wenn Sie zum Briefing etwas zu Trinken haben möchten lasse ich eine Ordonanz kommen. Ich habe den Replikatoren im Maschinenraum und den Mannschaftsquartieren Vorrang bei der Überholung und Wartung eingeräumt. Die Replikatoren der Führungsoffiziere und Abteilungsleiter kommen zum Schluss. Als Führungsoffiziere sollten wir mit gutem Beispiel vorangehen und unserer Fürsorgepflicht gegenüber unseren Untergebenen mit besonderer Aufmerksamkeit nachkommen. Ich hoffe, das ist ganz in Ihrem Sinne.“ Erklärte Shino, als sie den Turbolift betraten. Für die Japanerin war das eine Selbstverständlichkeit, auch wenn sie zu ihrem eigenen Bedauern schon an der Akademie feststellen musste, dass bei weitem nicht alle diesem Grundsatz folgten. Für sie stand jedoch außer Frage, dass der Offizierberuf vor allem viele Verpflichtungen mit sich brachte und die Privilegien dabei eigentlich in den Hintergrund traten. Eigentlich. Selbst auf ihrem letzten Schiff musste sie mehrfach feststellen, dass es Offiziere gab, die zwar ihre Privilegien genossen, ihre Pflichten aber zum Teil nur sporadisch erfüllten oder sogar vernachlässigten. Das war ein Punkt, der der Japanerin immer besonders sauer aufgestoßen war und jetzt, da sie in einer Position war, in der sie darauf entscheidenen Einfluss nehmen konnte, würde sie so ein Verhalten nicht tollerieren.

    Nachdem sie den Turbolift betreten hatten und dieser sich nach dem Kommando von Lexa in Bewegung setzte wurde Shino von ihr mit einer Bemerkung konfrontiert, mit der sie bereits gerechnet hatte und über die sie sich tatsächlich ihre eigenen Gedanken gemacht hatte.

    „Nun, ich muss zugeben, dass das ganze tatsächlich sehr überraschend für mich kam, zumal der Untersuchungsausschuss zum Vorfall bei Neu-Thalon noch nicht abschließend beurteilt hat. Und es gibt eine Frage, die mich schon die ganze Zeit beschäftigt. Wenn ich frei sprechen darf…“

    Shino wartete einen Moment, bis Lexa ihr die Erlaubnis dazu erteilte.

    „Warum haben Sie mich ausgewählt? Es gab zahlreiche Bewerber auf diesen Posten, doch ich gehörte nicht dazu. Ich wollte keine Bewerbung abgegeben, solange die Angelegenheit mit dem Verlust der Georgetown noch nicht abgeschlossen ist. Und trotzdem haben Sie alle anderen Bewerber abgelehnt und darauf bestanden, nein, geradezu gepocht, dass ausgerechnet ich, ein bis heute eher unbedeutender Sternenflottenoffizier aus einer langen Reihe von Sternenflottenoffieren, diesen Posten bekomme. Verstehen Sie mich bitte nicht falsch, es ist eine große Ehre für mich, dass ich diesen Posten bekommen habe und ich schwöre Ihnen bei meinem Leben, dass ich alles daran setzen werde meine Pflichten als Erster Offizier nach besten Kräften zu erfüllen, dennoch frage ich mich, was Ihre Motivation hinter dieser Entscheidung war.“

    Shino sah Lexa mit einer Mischung aus Neugier und ein wenig Skepsis an, das Lächeln war zu einem dünnen Strich geschrumpft. Vor ihrer Kommandantin, die dazu noch Betazoidin war, würde sich Shino nicht so distanziert und zurückhaltend geben, wie sie es bei anderen für gewöhnlich tat. Sie wollte gleich mit offenen Karten spielen, auch um zu wissen, wie ihre neue Kommandantin zu ihr stand.

    „Ich bin gerade einmal 25 Jahre alt, das letzte Schiff, auf dem ich gedient habe, ging verloren und Sie kennen mich nicht einmal. Es gibt eine Vielzahl von erfahrenen Offizieren, die Ihnen vielleicht viel eher nützen würden und eine Menge Gründe, die gegen mich sprächen. Und dennoch fiel die Wahl auf mich. Warum?“

    Bevor Shino ihre Antwort erhielt, stoppte der Turbolift und Lexa gewährte ihr den Vortritt, was Shino mit einer angedeuteten Verbeugung quittierte. Sie verließ den Turbolift und führte Lexa in ihren Bereitschaftsraum. Auch wenn der Replikator noch nicht richtig funktionierte, hatte Shino dennoch dafür gesorgt, dass der Bereitschaftsraum vollständig eingerichtet wurde und sich ansonsten in einem tadellosen Zustand befand. Die Kommandantin musste den Raum nur noch nach ihrem persönlichen Geschmack gestalten. Auf dem blankpolierten Schreibtisch befanden sich bereits fein säuberlich sortiert und akkurat angeordnet die PADDs mit den Tages- und Wochenberichten, der Personalplanung und dem Einsatzstatus des Schiffes. Shino kannte den Inhalt in- und auswendig, schließlich hatte sie die Berichte persönlich verfasst. Sie wartete, bis Lexa den Tisch umrundete und Platz nahm, sie selber stellte sich ihr gegenüber und wartete ihre Reaktion ab.


    Lexa Jarot

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    USS Esquiline – Turbolift à Bereitschaftsraum


    Nachdem die Übergabe des Protokolls knapp beendet wurde und die Lieutenant sich vorstellte, machte Lexa das gleiche. „Freut mich. Ich bin Captain Jarot und ich hoffe auf eine gute Zusammenarbeit“, sagte sie erneut knapp, was auch deutlich machte, dass die Kommandantin eine Offizierin gewesen war, die sich auf sehr knappe und präzise Antworten einging. Auf die Getränke schüttelte sie leicht ihren Kopf. „Das wird nicht nötig sein. Nach unserem Briefing werde ich zur Krankenstation gehen, um meine Eintrittsuntersuchung zu bekommen. Sie können dann ja bereits für unseren Abflug alles vorbereiten und die Abteilungsleiter über unseren Auftrag in Kenntnis setzen. Ich werde das dann bei unserem Chefarzt übernehmen“, erwiderte sie und lächelte nun leicht, was zum ersten Mal geschah, ehe sie erneut auf den kurzen Technikbericht einging.

    „Machen sie sich keine Gedanken. Ich hätte genauso gehandelt. Priorität sollten erst die technischen und medizinischen Replikatoren haben, ehe wir uns auf den Nahrungsreplikator konzentrieren. Solange die Replikatoren im Casino funktionieren“, schob sie noch nach und lehnte sich nun gegen eine der Wände im Turbolift, nachdem sie diesen betraten und dieser sich auch gleich in Bewegung setzte. Sie selbst hatte zwei Padds in der Hand, worauf sie aber erst im Bereitschaftsraum zu sprechen kommen würde.


    Die Kommandantin musste nun schmunzeln, da sie beinahe mit so eine Reaktion rechnete. Sie erinnerte sich noch sehr gut daran, wie K’Lupa sie damals zur Ersten Offizierin ernannt hatte, obwohl sie sich damals nie auf diesen Posten beworben hatte. Auch wusste sie noch sehr gut, dass man ihr damals nicht den nötigen Respekt gegeben hatte, weil einige dachten, dass sie die Position so schnell bekam, da sie damals mit der Kommandantin liiert war, worauf sie hier aber nicht eingehen würde. Lexa nickte schließlich auf die Frage, ob die XO freisprechen dürfte.

    Die Kommandantin entschied sich allerdings erst darauf in ihrem Bereitschaftsraum einzugehen. Als sie diesen betraten. Sie umrundete den Schreibtisch und nahm Platz. Sie machte eine einladende Geste. „Setzen sie sich Lieutenant“, entkam es der Betazoidin und ging jetzt erst auf ihre Frage ein. „Ich gehe bei meinen Entscheidungen niemals nach dem Dienstalter. Sehe sie mich an. Ich wurde damals Erster Offizier, da war ich gerade erst 7 volle Monate auf dem Schiff und hatte gerade den Rang eines frisch gebackenen Lieutenants“, begann sie, um zu verdeutlichen, dass manche Kommandanten eine stärke sahen, die man selbst noch nicht kannte. „Ich wollte eine Erste Offizierin, die nicht zu jedem Befehl ja und Amen sagt. Wenn sie so ein Offizier nicht sind, dann haben sie jetzt noch einmal die Chance zu sagen, dass meine Einschätzung bei ihnen falsch war“, schob sie deutlich nach und legte die Padds nun auf ihren Schreibtisch. Sie musterte die junge Offizierin und sah sie ein wenig herausfordernd an. Eigentlich hatte sie damit auch schon deutlich gesagt, oder zumindest gezeigt, dass sie ihr eine Chance geben wollte. Nun lag es an die Japanerin, ob sie diese Chance auch nutzen würde.


    Shino Kuribayashi



    USS Esquiline – Büro des CONNs

    Lieutenant Christina McNally


    Nachdem Christina das Shuttle wieder schloss, nachdem zwei Offiziere das Gepäck der Kommandantin Entgegennahmen und dieses in das Captainsquartier brachten, machte die Pilotin sich auf den Weg, um alles für die ablöse vorzubereiten. Sie hatte erfahren, dass die Esquiline einen neuen Navigationsoffizier bekommen sollte, so dass sie sich wieder mehr um die OPS kümmern konnte, was ihr nur angenehm war. Sie legte nun alle Berichte auf den Schreibtisch und sah noch einmal auf dem Chronometer. Nun sollte es nicht mehr lange dauern bis der Ensign eintreffen sollte, es sei denn, dass der Doc wieder mit der Eintrittsuntersuchung übertrieb. Das wäre auch nicht zum ersten Mal passiert, ganz besonders als sie an ihre Untersuchung dachte vor einigen Wochen. Da fand der Arzt es scheinbar komisch Christina eine ganze Stunde laufen zu lassen.


    @Richard Kemp

  • Richard hatte gerade eben die Eintrittsuntersuchung hinter sich und machte sich auf den Weg zum Büro des CONN, um sich bei Lieutenant Christina McNally zu melden. Er wollte in der Krankenstation noch nachfragen, wie er am schnellsten dorthin käme, doch die sahen sehr beschäftigt aus, also ließ er sich vom Computer an den Wandkonsolen den Weg zeigen.


    Er hoffte, dass er nicht zu spät kommen würde; es würde keinen guten Eindruck machen und gerade den wollte er machen, einen guten Eindruck. So würde er am besten die Chance haben, seinen Vorgesetzten zeigen zu können, was für ein hervorragender Navigator er wäre. Er war sich sicher, er ist der richtige für diesen Job und so hatte er gehofft, dass er auf ein großes Schiff versetzt werden würde. Natürlich wäre ihm eine Sovereign oder eine Akira noch lieber gewesen, aber eine Luna Klasse tut es auch, hauptsache er müsse nicht ständig Shuttles fliegen.


    So sehr in Gedanken, hätte er fast das CONN-Büro verpasst. Er stellte sich vor die Tür, richtete sich noch einmal die Uniform, sowie seine Haare und betätigte dann den Türsummer. Nachdem er hereingebeten wurde, betrat er den Raum, nahm Haltung an und meldete: "Ensign Kemp, Navigationsoffizier der USS Esquiline meldet sich zum Dienst, Ma'am"

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    U.S.S. Esquiline, Bereitschaftsraum des Captains


    Nachdem Lexa sie dazu aufgefordert hatte setzte sich Shino und bedachte ihre Kommandantin mit einem abwartenden Blick, bis diese auf ihre Frage antwortete. Sie neigte den Kopf ein wenig zur Seite und zog die linke Augenbraue leicht nach oben, während sie über die Aussage ihres Captains nachdachte.


    „Verzeihen Sie, wenn ich nachhaken muss, aber Ihre Situation ist wohl kaum mit der Meinen vergleichbar. Als Sie zum Ersten Offizier ernannt wurden, hatten Sie zumindest sieben Monate Dienstzeit auf dem Schiff hinter sich und der Hauptgrund für Ihre Ernennung war, wenn ich richtig Informiert bin, dass Sie Ihrem kommandierenden Offizier Captain K'Lupa und vielen anderen Offizieren in Ihrer Funktion als Leitender Medizinischer Offizier das Leben gerettet haben. Sie konnten Ihre Fähigkeiten bereits unter Beweis stellen, etwas deratiges kann ich nicht vorweisen. Ihre Kommandantin hatte triftige Beweggründe, Sie zum Ersten Offizier zu machen. In meiner Personalakte steht lediglich, dass ich meiner Pflicht als Zweiter Offizier nachgekommen bin und in dieser Funktion, zugegebenermaßen, schlimmeres verhindert habe.“ Antwortete Shino ruhig. Sie glaubte nicht daran, dass ihr geringes Dienstalter bei Lexas Entscheidung eine derart gewichtige Rolle gespielt hatte. Jedenfalls war für Shino offensichtlich, dass sich Lexa nicht so leicht in die Karten schauen ließ, was ihre anschließende Anmerkung in Bezug auf Shinos Verhältnis zum Befehlsprinzip verdeutlichte. Der leicht herausfordernde Blick ihrer Kommandantin entging Shino dabei nicht. ###Ich hasse Ja-Sager, Sie auch?### dachte die Japanerin kurz ehe sie auf Lexa einging.


    „Ich habe bisher noch nie einen Befehl verweigert. Das heißt aber weder, dass ich keine eigenen Prinzipien habe noch das ich bei jeder Ungereimtheit sofort auf die Barrikaden gehe. Das Prinzip von Befehl und Gehorsam setzt eine wichtige Bedingung voraus: Vertrauen. Ich erwarte von meinen Untergebenen, dass sie meine Befehle ausführen, so wie Sie das auch von mir erwarten. Im Umkehrschluss dürfen und müssen meine Untergebenen darauf Vertrauen, dass ich bei meiner Befehlsgebung alle erforderlichen Schritte beachte, von der Analyse der Lage über die Abwägung der Möglichkeiten des eigenen Handelns, der Planung und der anschließenden Befehlsgebung bis hin zur Kontrolle. All jene Punkte, die den Führungsprozess ausmachen. Dieses Vetrauen und diese Erwartung habe ich auch an Sie, genauso wie Sie diese an mich haben.“ Schloss sie zunächst und wirkte dabei vollkommen entspannt, ehe sie mit einem leichten Lächeln hinzufügte „Wenn Sie also einen Ersten Offizier wollen, der Sie bei der Führung unterstützt und darauf achtet, dass Sie gewisse Grenzen nicht überschreiten, der loyal zu Ihnen steht, diese Loyalität aber nicht mit blindem Gerhorsam verwechselt und dabei sowohl Ihr Wohl als auch das der Besatzung und des Schiffes im Auge behält, dann haben Sie mich richtig eingeschätzt. Ich bin kein Querulant, aber wenn Sie mich nach meiner ehrlichen Meinung fragen, dann werden Sie die auch unverblümt von mir bekommen. Im vertraulichen Rahmen versteht sich.“


    Nun war es an Shino ihre Kommandantin mit einem leicht herausfordernden Blick zu bedenken.


    „Ich habe meine Karten jetzt offen auf den Tisch gelegt, Kanchō*. Wie steht es mit Ihnen? Verraten Sie mir jetzt, warum ich wirklich Ihr Erster Offizier werden sollte oder wollen Sie dieses Geheimnis für sich behalten?“


    Shino war keine Amateurin und einschüchtern ließ sie sich schon gar nicht, was sicher auch nicht Lexas Absicht war. Diese Unterredung hatte sogar eher etwas interessantes und sogar leicht amüsantes. Es war ein beiderseitiges Abtasten und beide Frauen verstanden etwas von dieser Art des gegenseitigen Abschätzens des jeweils anderen. Diese Zusammenarbeit dürfte in jeder Hinsicht für Shino und Lexa interessant werden, soviel wusste die Japanerin jetzt schon.


    *jap. Kommandant/Kapitän eines (Kriegs)Schiffes


    Lexa Jarot



    U.S.S. Esquiline, Büro des CONN-Offiziers


    Lieutenant Christina McNally


    Christina war gerade damit beschäftigt die Protokolle für die Übergabe der CONN zu fertigen, als es an ihr Tür läutete.


    „Herein!“ rief sie und einen Augenblick später stand ein Mann in roter Uniform vor ihr und stellte sich als Ensign Kemp vor. Das war also der neue Navigationsoffizier.


    „Ah, Mr. Kemp! Ich habe Sie bereits erwartet. Ich bin Lieutenant McNally. Also Sie beerben mich also auf dem CONN-Posten? Wie schön, dann werden wir in Zukunft öfter zusammenarbeiten. Ich bleibe an der OPS und soll Ihnen auf die Finger klopfen, wenn Sie Unsinn machen.“


    Sie zwinkerte Richard zu und übergab im ein PADD.


    „Kleiner Spaß. Hier sind Ihr Schichtplan und die Zugriffsrechte für Ihre Station. Mit der können Sie sich auch gleich vertraut machen, solange der Captain und ihr Erster Offizier noch miteinander beschäftigt sind. Haben Sie noch Fragen?“


    Richard Kemp

  • U.S.S. Esquiline, Büro des CONN-Offiziers


    Richard nimmt das PADD entgegen und wirft nur einen flüchtigen Blick darauf. "Nein danke, Lieutenant, ach hier sind meine Kommandierungsunterlagen"


    Er reicht ihr wiederum selbst ein PADD und verschränkt danach seine Hände hinter dem Rücken. "Ach doch Ma'am, ich habe doch noch eine Frage. Sie meinen ich kann jetzt gleich schon auf die Brücke gehen und mich mit den Kontrollen der Navigationsstation vertraut machen?"


    In seinen Augen ist ein Funkeln der Aufgeregtheit zu erahnen. Er versucht sich zu beherrschen und keine Miene zu verziehen, um seine Aufregung und seine Freude in Zaum zu halten und zu verbergen, doch innerlich würde für ihn ein Traum in Erfüllung gehen, wenn die Lieutenant diese Frage mit Ja beantworten würde. Wie lange hat er auf diesen Augenblick gewartet, ohne einen Ausbilder methaphorisch über seine Schultern blicken zu haben oder auf sich gestellt auf einem Holodeck oder Simulator das Steuer eines Sternenflottenschiffes zu übernehmen. Er wusste dass dieser Tag bald kommen würde, aber sollte es etwa heute, jetzt gleich in wenigen Minuten schon sein?


    Lexa Jarot  Shino Kuribayashi

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    USS Esquiline – Bereitschaftsraum



    Lexa hörte ihrer Ersten Offizierin einen Moment zu, allerdings schüttelte sie ihren Kopf. „Ihre Informationen sind nicht ganz korrekt. Ich war nicht lange Leitender Medizinischer Offizier. Angefangen hatte ich einige Monate als Medizinischer Offizier. Auf den Grund meiner minimalen Berufserfahrung auf diesem Schiff, war es eigentlich nur mein damaliger Captain, die mich förderte und ich musste damals mir den ganzen Respekt hart erarbeiten, weil die ganze Crew mich als Protegé des Captains und der Admiralität angesehen haben“, sagte sie nun deutlich und ging mit ruhigen Schritten um ihren Schreibtisch, nur um sich gegen diesen zu Lehnen. Sie musterte nun ihre Gegenüber einen Moment.

    „Ich denke, wenn sie wissen möchten, warum ich sie wählte, hat das vermutlich keinen so großen Grund, wie sie sich das vielleicht vorgestellt haben, Lieutenant. Ich gebe einfach gerne jungen Offizieren eine Chance. Das einzige, was ich wollte war jemand, die taktisch denken kann und da kamen sie für mich in die engere Wahl“, antwortete sie und vermutete, dass sie damit vermutlich einige enttäuschte, ganz besonders, da es laut den Gerüchten hieß, dass sie sich angeblich mit O’Neil nicht verstehen würde, was allerdings nur ein Gerücht gewesen war. „Ich selbst habe zwar bereits Kriegserfahrungen, doch bin ich alles andere, nur keine Taktikerin und da wir uns gerade im Krieg befinden brauchen wir gerade mehr taktische Offiziere, was sie sicher nachvollziehen können“, schob sie noch nach und reichte ihr das Padd. „Außerdem bin ich eher eine Kommandantin, die sich an die Regeln hält. Diese hat die Föderation schließlich nicht umsonst aufgestellt“, sagte sie und gab erneut Preis, dass jemand war, die noch nie eine Regel gebrochen hatte, worauf Lexa besonders stolz gewesen war.


    Sie deutete nun mit ihrem Zeigefinger zum Padd, ehe sie darauf einging. „Wie sie hier sehen, haben wir die Aufgabe uns mit den romulanischen Botschafter zu treffen bei New Eden. Dort sollen wir gemeinsam mit ihnen eine Blockade aufbauen, um die Breen aus dem Raum zu drängen. Notfalls mit der dazugehörigen Gewalt, samt den weiteren vier Schiffen, die zu unserem Geschwader gehört“, sagte sie noch und ging gleich zu dem eigentlichen Thema über, da sie sicher war, dass sie alle persönlichen Fragen beantwortet hatte. „Hier wäre ich ihnen also für eine taktische Analyse dankbar“, erwiderte sie und lächelte leicht, ehe sie nun Shino abwartend ansah.


    Shino Kuribayashi

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    U.S.S. Esquiline, Bereitschaftsraum des Captains


    Shino zuckte kaum merklich mit den Schultern, als Lexa erwähnte, dass ihre Informationen nicht ganz richtig seien.

    „Nun, das sind zumindest die spärlichen Informationen, die ich durch das Flottenkommando über Sie bekommen habe. Was damals genau passierte wissen Sie wohl am besten und ich bin auch nicht hier, um das in Frage zu stellen.“ Machte Shino nun ihrerseits deutlich. Die genauen Umstände zu Lexas Beförderung interessierten Shino nur am Rande, sie mochten lediglich ein weiteres Motiv für ihre gegenwärtige Entscheidung gewesen sein und hatten mit der Japanerin sonst nichts zu tun.

    „Respekt muss man sich immer hart erarbeiten.“ Entgegnete sie ihrem Captain und neigte dabei ein wenig den Kopf zur Seite. „Die Frage ist auch nicht, ob man sich Respekt verschaffen kann, sondern wie man es tut. Der Grat zwischen erworbenem und erzwungenem Respekt ist häufig sehr schmal.“ Wie schmal dieser Grat sein konnte wusste sie aus eigener schmerzlicher Erfahrung nur zu gut.

    „Ich habe jedenfalls nicht vor nach außen wie Ihr Protegé zu wirken, Captain. Und nach innen schon gar nicht.“

    Sie beobachtete, wie Lexa ihren Tisch umrundete und sich anschließend dagegen lehnte. Wieder musterte die Kommandantin ihren Ersten Offizier und Shino wartete ab, was Lexa zu sagen hatte. Schließlich offenbarte sie der Japanerin ihr scheinbar vordergründiges Motiv. Shino hatte immer noch gewisse Zweifel, doch mehr würde sie von der Betazoidin wohl vorerst nicht erfahren. Sie seufzte leise und beließ es erst einmal dabei.

    „Ich habe keinerlei Vorstellungen oder Erwartungen gehabt, darum habe ich Sie ja nach dem Grund gefragt.“ Antwortete sie knapp, da dies auch der Wahrheit entsprach. Lexas Argumente überzeugten Shino nicht, aber darauf würde sie hier und jetzt nicht weiter eingehen, dafür kannte sie ihre Kommandantin einfach nicht gut genug.

    „Sie wissen, dass ich ebenfalls kein Freund von sogenannter „Cowboydiplomatie“ bin…“ Erwiderte Shino, als Lexa erwähnte eher zu der Sorte Kommandant zu gehören, die sich an die Regeln hält. Shino sah das ganz ähnlich, genauso wie ihr letzter Kommandant. Er hatte sich auch an die Regeln gehalten, die Danteri jedoch nicht. Nun war er tot und die Japanerin wäre es vermutlich auch, wenn sie ihre eigenen Entscheidungen nicht den herrschenden Umständen angepasst hätte, und die waren bei Lichte betrachtet sicherlich nicht über jeden Zweifel erhaben. Das hatte bei ihr zumindest Zweifel geweckt und auch wenn sie hoffte nicht so bald wieder in eine ähnliche Situation zu kommen, musste sie doch stets damit rechnen. Das war ein Punkt, in dem sie von Lexa lernen wollte und musste.

    „…ich habe allerdings auch gelernt, dass Kriege ihre eigenen Regeln haben und entweder verinnerlicht man diese oder man stirbt.“ Schloss sie und sah ihre Kommandantin einen Augenblick lang nachdenklich an. Was hätte Lexa wohl in ihrer Situation gemacht? Shino schob diesen Gedanken erst einmal beiseite, sie würde sich noch öfter damit auseinandersetzen müssen, aber nicht jetzt. Sie nahm das PADD von Lexa entgegen und tat erst einmal das, was ihre Kommandantin von ihr erwartete. Shino galt in der Tat als ausgeklügelte Taktikerin und es war nicht zuletzt ihrem analytischen Verstand zu verdanken, dass die Georgetown nicht zu Weltraumschrott pulverisiert wurde, auch wenn das Schiff letztendlich nicht mehr zu retten war.

    Shino überflog den Auftrag, prägte sich dabei die wichtigsten Details ein und kam schließlich zu dem Punkt, wo es um die Zusammensetzung der Flotte ging. Sie tippte etwas auf das PADD ein und gab es ihrer Kommandantin zurück.

    „Ich nehme einmal an, dass Sie mit der Esquiline als Flaggschiff die Vorhut übernehmen wollen. Für Erkundungs- und Aufklärungsflüge scheint sie gut geeignet zu sein, für ein groß angelegtes Raumgefecht ist sie jedoch zu schwach bewaffnet, sie könnte höchstens unterstützend eingreifen. Wir brauchen daher etwas mit mehr Feuerkraft.“ Sie tippte dabei auf das Profil einer Akira-Klasse.

    „Die U.S.S. Ayanami könnte diese Rolle ausfüllen. Sie ist stark bewaffnet, hat eine angemessene Reichweite und verfügt über Jäger- und Bomberstaffeln, die sich ja bereits gegen die Cardassianer als äußerst vorteilhaft erwiesen haben. Ihr zur Seite stellen würde ich…“ diesmal tippte sie auf eine Prometheus-Klasse „…die U.S.S. Aegir. Damit hätten wir schon einmal zwei Kampfschiffe in der Flotte, die über ausreichend Feuerkraft verfügen, um den Verband zu schützen, aber auch, um eigene Operationen durchzuführen.“ Shino hatte bewusst diese beiden Schiffstypen ausgewählt, da sie sehr flexibel einsetzbar waren. Mit diesen Schiffen in der Flotte wäre Lexa in der Lage, auf Bedrohungen angemessen zu reagieren und, sollte es die Lage erlauben, selbst die Initiative zu ergreifen.

    „Dann hätten wir hier noch die U.S.S. Galatea…“ Shino deutet dabei auf eine Intrepid-Klasse „...und die U.S.S. Belfast…“ sie zeigte nun auf das letzte Schiff, eine Defiant-Klasse „…beide Schiffe könnten selbständig operieren und als Flottenreserve eingesetzt werden, je nach Lage.“ Schloss Shino ihre Ausführung ab. Für das, was sie vorhatten, würde diese Zusammenstellung vollkommen ausreichen.

    „Außerdem…“ ergänzte sie „…würden wir mit dieser Konstellation ein gutes Gleichgewicht zwischen Schlagkraft und Flexibilät bilden. Die Flotte wäre stark genug, um von unseren Feinden und unseren Verbündeten ernst genommen zu werden ohne den Eindruck zu erwecken, ein potentielles Primärziel darstellen zu müssen. Das würde uns größere Handlungsspieleräume eröffnen, da die Breen sicherlich andere Ziele als Schwerpunkt ihrer strategischen Ausrichtung gewählt haben.“

    Shinos Absicht war klar: Ihre Flotte würde bei den Breen vorerst „unter dem Radar“ laufen und nicht als hochrangiges Ziel bewertet werden. Und solange das nicht der Fall war, konnte der Verband zahlreiche Operationen durchführen, die auf lange Sicht gesehen einen Beitrag dazu leisten konnten der Sternenflotte einen entscheidenden Vorteil zu verschaffen und damit dem Kriegsverlauf zu ihren Gunsten zu entscheiden.

    Während Lexa ihre Eingaben auf dem PADD studierte und über Shinos Vorschlag nachdachte stellte die Japanerin eine weitere, wichtige Frage.

    „Wann soll das Treffen mit dem romulanischen Botschafter auf New Eden stattfinden und wer wird noch zugegen sein?“

    Von Lexas Antwort hing es nun ab, wieviel Vorbereitungszeit Shino noch hatte und was sie nun als nächstes tun würde.


    Lexa Jarot


    U.S.S. Esquiline, Büro des CONN-Offiziers


    Lieutenant Christina McNally


    Christina nahm die Kommandierungsverfügung von Richard entgegen und konnte sich ein Grinsen kaum verkneifen, als er sicherheitshalber noch einmal nachfragte, ob er nun tatsächlich an die CONN dürfe.

    „Nun Mr. Kemp, ich meine mich zu erinnern, dass genau das meine Worte waren.“

    Sie konnte es ihm nicht verübeln, schließlich war sie nach der Akademie genauso aufgeregt gewesen und konnte es kaum abwarten ihren ersten Posten zu besetzen. Sie nickte Richard leicht zu und lächelte dabei freundlich.

    „Nun, wenn das alles von Ihrer Seite war, dann noch einmal herzlich Willkommen an Bord. Sie dürfen dann wegtreten.“

    Es wirkte für Christina schon ein wenig komisch, da sie ja selber erst an Bord gekommen war, aber so waren nun einmal die Gepflogenheiten an Bord eines Schiffes der Sternenflotte.

    „Ach eines noch.“ Warf sie noch ein, bevor Richard sich zur Tür begab.

    „Achten Sie auf das Protokoll. Der Captain legt großen Wert darauf und wenn ich richtig informiert bin ist unser Erster Offizier genauso drauf, wenn nicht sogar noch schlimmer.“

    Mit einem unverholenen Grinsen winkte Christina Richard zum Abschied.

    „Dann noch viel Spaß. Ich komme nach, sobald der Papierkram hier erledigt ist.“ Sagte sie und deutete auf einen Haufen PADDS neben sich, dessen Größe vermuten ließ, dass dies nicht so bald der Fall sein würde.


    Richard Kemp